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Wikileaks.de gesperrt? (Update)

Ich beobachte es auch schon seit gestern: Wer die deutsche Domain von Wikileaks eintippt, sieht keine Webseite mehr, sondern den Hinweis der DENIC, dass die Domain derzeit nicht erreichbar ist. Nachdem es im Vorfeld rechtlichen Streit und eine Hausdurchsuchung gegeben hatte (auf Wikileaks wurden Zensurlisten ausländischer Staaten angeboten, meines Wissens aber nicht auf der DE-Domain die nur ins Ausland weiterleitete), hatte ich schon den Verdacht, dass das eine Rolle spielt, wollte aber Informationen abwarten.

Nun gibt es bei Wikileaks eine Mitteilung und die lässt aufhorchen:

Domain ohne Vorwarnung durch die deutsche Registrierungsstelle DENIC gesperrt. […] Bis heute, zwei volle Wochen nach der Durchsuchung, haben die Behoerden keinerlei Kontakt zu Wikileaks aufgenommen um den Sachverhalt zu klaeren. […] China – und nun Deutschland – sind die einzigen Laender dieser Welt, die versuchen eine ganze Wikileaks Domain zu zensieren.

Fazit: Es steht die Sperrung einer ganzen Domain ohne Rücksprache oder Information im Raum, wobei das eigentliche Verfahren noch läuft. Es ist erschreckend, was in unserem Land möglich zu sein scheint. Übrigens: Ich habe in diesem Artikel keine Links zu Wikileaks gesetzt. Nicht weil ich paranoid bin, sondern weil jeder der das macht, sich zur Zeit dem Risiko staatlicher Repressalien, mindestens einer Hausdurchsuchung, ausgesetzt sieht.

Update: Laut offizieller Stellungnahme des Providers hat die Sache doch nichts damit zu tun, nachzulesen hier. Der Vertrag soll schon vor Monaten gekündigt worden sein. Es bleibt abzuwarten, wie Wikileaks reagiert.

6 Gedanken zu „Wikileaks.de gesperrt? (Update)“

  1. Aber Du hast geschrieben, dass Du die Seite schon mal aufgerufen hast. Daher ist doch auch davon auszugehen, dass Du Dir alle darauf enthaltenen Daten angeschaut und sie auf Deiner Festplatte gespeichert hast. 😉

    Interessant ist auch der Namensservereintrag bei der DENIC – in der Form habe ich noch nie einen gesehen. Und wie viele Leute lassen ihre Domain direkt durch die DENIC verwalten?

    1. „dass Du Dir alle darauf enthaltenen Daten angeschaut und sie auf Deiner Festplatte gespeichert hast.“
      Ja, so der BGH – schlimm genug, dass sowas zur Zeit höchstrichterliche Rechtsprechung ist. Aber: Nein, bei mir ist das nicht so. Mein Firefox-Cache ist auf 1MB eingestellt, da bleibt nichts enthalten. Und die Einschätzung des BGH, dass selbst der flüchtige Cache im RAm gelten soll, teile ich nicht, da ich auf den keinen Zugriff habe. Aber das lassen wir jetzt mal vom BVerfG klären.

  2. Ich halte Besims Szenario für plausibel: wikileaks.de – Vermutungen und Tatsachen http://tinyurl.com/cps2p9

    Den schwarzen Peter weiterschieben (ohne dass ich wikileaks als schwarzen Peter sehe) halte ich für eine naheliegende Variante.

    Schöne Ostertage allseits!

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