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Und wieder eine Studie…

Endlich gibt es wieder eine Studie zum Thema Datesnchutz und Technik, diesmal in Form einer Umfrage – die herzlich wertlos ist und bestenfalls tief blicken lässt. So wurde „Experten“ befragt, vornehmlich aus Wissenschaft und Wirtschaft. Da wundert es nicht, dass bei der Frage

Informationen werden zum Sicherheitsrisiko – wer soll personenbezogene Daten schützen?

An erster Stelle (mit 86%) „Jeder einzelne selbst“ steht, gefolgt von Staat (81%) und erst dann Wirtschaft (66%). Zustimmen kann man sicherlich der Einschätzung auf Seite 15, dass der Trend dahin geht, dass „digitale Spuren“ im Netz „besser nachverfolgbar“ sind.
Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren den Sprung von der faktischen De-Anonymisierung zur eindeutigen Identifizierung schaffen. Weiterhin bleibe ich bei meiner These, dass nach endgültiger Umstellung auf IPV6 jeder Bürger bei der Bundesnetzagentur eine IP-Adresse beantragen muss, mit der er dann erst bei einem Provider einen Internetzugang freischalten kann. Düsterer Ausblick? Es ist ja nur eine Prognose von mir…

Zuzustimmen ist jedenfalls kurzfristig den vorhergesagten Trends zu mehr Freizügigkeit und einer steigenden Bedeutung der „digitalen Identität“, wobei ich wiederum glaube, dass der Trend sein wird, digitale und reale Identität zu verschmelzen. Beeindruckend ist, dass immerhin 10% meinen, mehr Privatsphäre wäre ein Trend.

Interessant ist am Rande (Seite 20) dass man sich wohl nicht einig ist, wie die Zukunft der Öff-Rechtlichen ist. Ebenfalls interessant ist der zunehmende Einschlag des Umweltschutzes (Seiten 23, 32, 33) der neben dem Datenschutz als zu lange unteschätzter Wirtschaftsfaktor angesehen werden muss.
Wie viel Geld Unternehmen und Politik in diesen Bereich dank schlechter Förderung verschenkt haben steht wohl in den Sternen. Die IKT selbst hat es nicht begriffen, wenn man das Fazit liest: Trotz der eindeutigen Stellungnahmen vorher, findet man im Fazit dann nur noch den Hinweis „Kann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“ – wenn man ein paar Seiten vorher festgestellt hat, dass Umweltschutz (oder anders: Weniger Energieverbrauch) ein Wettbewerbsvorteil ist, sollte man das Fazit anders zusammen fassen können.

Die Studie ist hier (PDF) zu finden.

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