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Und jetzt nennen Sie mir bitte noch Ihre PLZ…

In einem Kommentar wurde die Frage aufgeworfen, wie man am besten reagiert, wenn man nach der eigenen PLZ beim Einkauf gefragt wird. Es gibt ja drei Möglichkeiten:

  1. Man nennt seine aktuelle PLZ,
  2. man nennt eine falsche PLZ,
  3. man nennt gar nichts bzw. „00000“.

Sofern man Bar zahlt (bei mir der Regelfall) ist Variante 1 eine anonyme Erhebung, die mir keine Sorgen bereitet. Eher weil ich eine Abneigung gegen Statistiken habe ist Variante 1 nicht mein Fall.
Variante 2 ist nur was für die, die ärgern möchten oder bewusst die Statistik verfälschen wollen. Ich habe da persönlich nichts von, kommt für mich nur in Frage, wenn an der Kasse barsch „gefragt“ wird: „Und jetzt die PLZ!“. Sofern jemand nett fragt und sogar darauf hinweist, dass die Angabe freiwillig ist, kommt für mich Variante 2 nicht in Frage.

Ich selbst bevorzuge immer Variante 3 – aus bestimmtem Grund: Im Regelfall wenn man nichts sagt, wird tatsächlich eine „00000“ eingegeben. Die fehlende Information wird so aber zur aktiven Information, die nämlich besagt: Ein Kunde wollte gar keine Auskunft geben. Und für mich als Kunde ist es wichtig, dass das Unternehmen sieht, wie viele Kunden bereit sind, freiwillig Auskunft zu geben. Sollten die sich damit mal auseinandersetzen und viele Kunden haben (nachvollziehbar) keine Angaben gemacht, könnte man darauf hoffen, dass das Unternehmen den Datenschutz als Kundenwunsch einstuft. Dies ist mein Grund, Variante 3 zu bevorzugen.

Übrigens hatte ich einmal in meinem Leben den Fall, dass eine resolute Dame an der Kasse mich belehrte, ich müsse die Information geben. In diesem einen Fall bin ich wortlos gegangen und habe Waren und Dame an der Kasse zurückgelassen. Auch ein interessantes Erlebnis.

36 Gedanken zu „Und jetzt nennen Sie mir bitte noch Ihre PLZ…“

  1. Hallo!
    Danke für den Tipp. Mir war nicht bewusst, dass eine 5fach Null ebenso zum Ergebnis führen kann. Zumal bei den meisten Systemen die Eingabe gleich mit Ortsdaten aus einer DB gegengeprüft werden.
    Ich denke, wie im Artikel beschrieben, dass ich ggfs. bei Beharren seitens der Kassiererin auch mal einfach die Waren liegen lassen sollte – mit Gang zur Geschäftsleitung. Ob das mit der Geschäftsleitung was brächte weiß ich selbst aus Nichterfahrung nicht zu beurteilen, aber eines wäre sicher: der Umsatz in dieser Situation mit meiner Person als Konsument käme nicht zustande.

  2. Früher mal sagte ich irgendeine, heute sage ich keine mehr. Und als ich einmal anderswo nicht wollte ich oller Querkopf, kam nur die lapidare Antwort „müssen wir aber“ und ich ließ schließlich das Produkt liegen. Ärgert zwar, aber wo bleibt meine Privatssphäre wenn jeder meint mich zu derlei Dingen nötigen zu können?

  3. Möglichkeit 4:

    Man fragt nach, was denn mit der PLZ gemacht wird. Und findet die Antwort interessant und fragt noch dies und das und führt ein nettes Gespräch.

  4. Das ist keine weitere Möglichkeit, denn am Ende steht eine der drei Alternativen: Die Verkäuferin gibt gar nichts, deine PLZ oder eine falsche ein. Du hast nur den Weg zu den drei Alternativen verlängert 😉

  5. Das hatte ich ganz vergessen – dies ist in der Tat eine 4. Alternative, sofern es flächendeckend umgesetzt wird: Immerhin macht man damit nicht nur die Statistik unbrauchbar, sondern setzt (sofern beim Unternehmen bekannt), die Information, dass man auf Datenschutz wert legt.

    Damit es aber so wirkt, muss es eben flächendeckend gemacht werden.

  6. Ich arbeite ab und an einer (nicht-Supermarkt) Kasse und muss dort auch immer nach der PLZ fragen.
    Was sehr nervig ist, da die PLZ abgefragt wird, bevor den Kunden der Preis für die Produkte genannt wird und sie damit aus dem Konzept bringt.
    Ich freue mich über jeden Kunden, der die Aussage verweigert und tippe dann brav 00000, da ich keine Worte eintippen kann.

    Ein Kollege hatte keinen Bock auf die ständige, den Verkehr aufhaltende, Fragerei und tippte immer irgendwelche PLZ. Wenn er wollte hat er somit ab und an der Statistik eine Franzosenschwemme o.ä. bescherrt.

    Es gibt auch noch die nette Dusselalternative: Viele Menschen (Studenten ebenso wie 40+) kennen ihre PLZ garnicht und/oder nennen ihre Vorwahl.

  7. Ich gebe in solchen Fällen immer die Postleitzahl meiner ehemaligen Londoner Wohnung an – die enthält Buchstaben. Und dann amüsier ich mich über die irritierten Gesichter der Kassiererinnen.

  8. Im Saturn hier in Hamburg machen sie das ja teilweise 3 Monate im Jahr mit den PLZ-Befragungen, da hab ich auf meine Antwort, dass ich die PLZ nicht nennen möchte so ziemlich alles gehört, von „hm, dann geb ich einfach mal meine ein, das ist die einzige die ich kenne“ über „komisch, das sind immer die, die mit karten zahlen die das verweigern“ bis zu „würd ich an ihrer stelle auch nich, dann müllen die nur die briefkästen in ihrem stadtteil mit mehr werbung zu!“ so ziemlich alles gehört.

    Ich erkläre dann auch meistens, dass ich mich davon verspreche, dass dieses rumgefrage irgendwann aufhört, wenn die leute einfach nicht mitmachen, was die Kassiererinnen meistens zu einem „ihr wort in gottes ohren“ verleitet 😉 Die sind davon nämlich noch angepisster als ich.

  9. Ich gebe meist nur ‚12345‘. Diese PLZ wird aufgrund des Zahlenmusters in Deutschland nicht verwendet – und bisher hat kein Laden sich darüber beschwert.

  10. zu dem kursiv geschriebenen:
    Dasselbe mache ich immer wenn von mir verlangt wird, dass ich meine Tasche öffnen soll, ob ich nicht was gestohlen habe.

  11. Müssen wir bei mir an der Kasse auch einige Wochen im Jahr machen, mit der Begründung dass wir sehen woher unsere Kunden kommen und da dann evtl. auch mal Prospekte verteilen lassen.
    Finde ich jetzt nicht gerade schlimm, da die meisten Leute keine Ahnung davon haben was es bei uns überhaupt für Sachen gibt und beim ersten Betreten des Ladens meist sagen:“Hab ich mir ganz anders vorgestellt“.
    Wann die Befragung vorgenommen wird,wird uns von der Zentrale vorgegeben und in der Kasse muss man dann halt irgendwas eingeben, vorher kann man nicht kassieren. Mich persönlich interessiert eure PLZ einen Scheiß :o) und wenn jemand rummault anstatt zu sagen:“Och nö, mag ich nicht geben“ dann kann er mich doch mal gern haben.

  12. Ich gebe immer eine (falsche) Postleitzahl aus der Umgebung des Geschäfts an.
    Grund: meistens fragen ja Discounter oder Technikgeschäfte danach, die bei einer entsprechenden Kundenzahl aus einer etwas entfernteren Region dort gleich das nächste Geschäft aus der grünen Wiese stampfen und den dortigen Einzelhandel kaputtmachen.
    Wenn ich nun aber schon einmal aus irgendeinem Grund genötigt bin, in einem solchen Geschäft einzukaufen, will ich nicht auch noch das Marketingargument liefern, daß mir solch ein Monster vor meinen Vorgarten gekackt wird. Deswegen lieber eine Adresse um die Ecke, und die Marketingabteilung freut sich sogar: ham wir doch mit der Standortentscheidung alles richtig gemacht…

  13. @12: Man kann übrigens bei der Deutschen Pest auch online PLZen nachsehen: Da findet man heraus, dass 12345 sehr wohl vergeben ist, unter anderem an das Krankenhaus Neukölln (falls mal jemand ungläubig fragt, wo das denn sein soll). Helgoland ist aber auch schön.

    Und noch besser ist in Kanada der Wonort von Santa Claus: Der hat nämlich die Postleitzahl H0H0H0 🙂

  14. DAS GEFÄLLT MIR. Sehr!
    —>
    Übrigens hatte ich einmal in meinem Leben den Fall, dass eine resolute Dame an der Kasse mich belehrte, ich müsse die Information geben. In diesem einen Fall bin ich wortlos gegangen und habe Waren und Dame an der Kasse zurückgelassen. Auch ein interessantes Erlebnis.

  15. Bei Conrad antworte ich auf die Frage der Kassiererin, ob ich ihr meine PLZ geben möchte, mit „nein danke“, und damit hat es sich. Sollte irgendwer mal irgendwo frech werden, hängt mein Verhalten wohl davon ab, wie viel Zeit ich hab und ob ich das Zeug wirklich dringend brauch, was ich grade gekauft hab. Für wenig Zeit und dringenden Bedarf gibt es dann ne falsche PLZ, für wenig Zeit und keinen Bedarf gibt es die Antwort „dann halt nicht“ (mit anschließendem Verlassen des Ladens ohne Ware), für viel Zeit dann ne mehr oder minder große Szene machen und/oder zum Geschäftsführer (und abhängig vom dortigen Verhalten und Bedarf an dem Zeug danach mit oder ohne Ware raus).

  16. Warum sollte ich nicht die korrekte PLZ angeben? Ist doch hauptsächlich, um gezielter werben zu können. Deshalb verstehe ich nicht, wie sich manche hier so furchtbar schlau finden, wenn sie falsche PLZ’n angeben.

  17. Jings: Weil viele hier einfach mal genug von Werbung haben und richtig was dagegen haben, noch „gezielter“ beworben zu werden. Was ist daran nicht zu verstehen?

  18. ich frage immer noch, ob ich 30% rabatt bekomme, wenn ich meine plz nenne.

    leider ist bis jetzt noch niemand darauf eingegangen…

    ich stelle immer diese frage, da hinter der frage nach der postleitzahl handfeste ökonomische gründe stehen, denn im endergebnis läuft es doch daraus hinauf mehr gewinn zu erwirtschaften. davon möchte ich dann auch meinen anteil haben.

    mich wundert es, dass hier noch niemand einen satz zu kundenkarten (payback und ähnliches) gesagt hat. deren datensammelwut ist noch eine ganze ecke schlimmer als die frage nach der postleitzahl.

  19. „mich wundert es, dass hier noch niemand einen satz zu kundenkarten (payback und ähnliches) gesagt hat. “

    Sieh dich mal um, auf welcher Seite du hier bist und benutze die Suche: Zu Rabattkarten findest du hier schon genug, außerdem auf http://www.daten-prostitution.de

    Der Sinn von Artikeln in einem Blog ist ja gerade, nicht immer das gleiche zu Schreiben, sondern Schwerpunkte zu setzen 😉

  20. HAHAHA da hat es echt ein paar klasse Antworten dabei.
    Ich sag in aller Regel: „Kaan nit verstaan!“

    Ich glaube es geht los, näächsten wird noch anch der Telefonnummer gefragt…

    Aber das mit alles liegen und stehen lassen werde ich mir merken.. HAHAHAHA das Gesicht möchte ich gerne sehen.
    Auf der anderen Seite können die Mädels (und Jungs) hinter der Kasse nichts dafür.
    Aber `Freundlichkeit ist eine Zier doch weiter kommst du ohne Ihr… :)´

  21. In der Zeit, in der Ihr Euch irgendwelche Antworten an der Kasse ausdenkt, ist die Aushilfe schon längst über den Parkplatz gelaufen und hat die Städte-Kennung der Nummernschilder aufgeschrieben.

    (Ja, ja, daraus lässt sich nicht der Stadtteil rauslesen…)

  22. Es ist wirklich interessant zu erfahren, was in der Köpfen der Menschen vorgeht, die ihre PLZ nicht angeben wollen. ES LEBE DIE PRIVATSPHÄRE!! Ich habe als Student mehrere Jahre in einem Möbelhaus gearbeitet, wobei 2-3mal jährlich die PLZ erfragt werden sollte. Und man glaubt es kaum aber es gibt tatsächlich Menschen, die ohne groß zu diskutieren auf die FREUNDLICHE Frage nach ihrer PLZ, diese auch „verraten“. Selbst wenn es die falsche ist – die „Antwortquote“ liegt m.E. bei ca. 90% (und bei den restlichen 10% sind noch einige dabei, die sie gern angeben wollen, aber nicht wissen). All diejenigen, die sich in ihrer Privatsphäre angegriffen fühlen, werden also mit ihrer Nichtaussage eher wenig bewirken. Zudem haben diese meistens den „keine Werbung-Aufkleber“ an ihrem Briefkasten kleben, womit sie das Ganze gar nicht tangieren dürfte.
    Aber gut, wie bereits erwähnt, der Ton macht die Musik. Daher hat man gegen ein freundliches „Nein“ keinerlei Einwände!

    @ 29 – du hast ja so recht:)

    Sehr schön fand ich übrigens die Antwort: „Die PLZ sagen ich nur, wenn sie mir auch ne Postkarte schreiben.“

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