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Ich trinke nie, nie wieder.

Jeder halbwegs Erwachsene kennt es: Wenn der Teenie zum ersten Mal einen über den Durst getrunken und sich peinlich benommen hat, kommt am nächsten Tag der ebenso kindische wie nicht ernst zu nehmende Ausspruch:

Ich trinke nie wieder Alkohol.

Naja, sind halt Teenies. Die reifen noch heran. Wenn ich nun, in einer Pressemitteilung der deutschen Bahn, die einen regelrechten Datenschutz-GAU erlebt hat und – was ja leider selten ist – sogar personelle Konsequenzen ziehen musste, das hier lesen muss:

Wir haben nach der Datenaffäre tiefgreifende Umstrukturierungen im Unternehmen vorgenommen, so dass derartige Fehlentwicklungen künftig ausgeschlossen sind – auch weil der Datenschutz jetzt auf höchster Managementebene angesiedelt ist“, sagte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG.

Ist dem Leser nach den ersten Zeilen sicherlich klar, was ich denke und wie ich diese Aussage bewerte. Beschämend alleine, dass der hier gezogene Vergleich wirklich passend wirkt.

Hinweis: Wer ein seriöseres Statement zum Thema sucht, ist beim BvD richtig, hier die Pressemitteilung zum Thema. Mir war nach diesem Statement nicht nach einer ernsten Reaktion. Ähnlich kritisch sieht es auch Steffen Schröder.

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Datenschützer dringen auf Nachbesserung beim geplanten Bürgerportal-Gesetz

Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hat sich gestern dafür ausgesprochen, dass der Gesetzentwurf zur Regelung von Bürgerportalen, auch bekannt als “De-Mail”, in mindestens neun Punkten nachgebessert wird. Wo genau, lässt sich dieser Stellungnahme (PDF) entnehmen.

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Bericht: Jährlich 600 Computer-Attacken gegen Regierung

Der Bericht bei Heise muss unvollständig sein, ansonsten ist er eher eine Lachnummer als ein ernstes Problem:

Die Bundesregierung registriert nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel jährlich rund 600 Cyber-Attacken gegen ihr Computernetzwerk. „Wir stellen täglich Angriffsversuche auf Rechner der Bundesregierung fest“, sagte der Abteilungsleiter für Spionageabwehr beim Bundesamt für Verfassungsschutz, Burkhard Even, dem Magazin

Ganz ernsthaft: Wer einen Server mit SSH-Zugang und fester IP hat, der kommt pro Tag/Nacht auf ein gutes Dutzend fremder Login-Versuche. Mindestens. Wahrscheinlich wurde hier die Information gefiltert („600 Nicht-Standard-Angriffe“), anders ist das schon fast nicht zu erklären.

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Nicht nur Skimming: Computerkriminalität im Alltag

Es war dieser Woche schon in der Presse:

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) kam es im Jahr 2008 in Deutschland zu einem massiven Anstieg der Manipulationen von Geldautomaten. Rund 2400 Angriffe auf Geldautomaten hat das BKA 2008 verzeichnet, während es 2007 noch 1349 waren. Dabei waren allerdings nur 809 verschiedene Geldautomaten das Ziel der sogenannten Skimming-Attacken.

Wenn man hier im Blog in die Kommentare blickt, erkennt man schnell, wie dummdreist bis naiv mancher Konsument bis heute ist. Grund genug das Thema kurz aufzugreifen.

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Strafe für Finanzagentin

Die „Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet“ (a-i3) macht auf eine aktuelle Entscheidung des AG Gießen (AZ: 701 Js 17162/07) aufmerksam, hier der Hinweis. Dabei ging es um eine „Finanzagentin“ – das sind diejenigen, die den Hintermännern von Phishing-Attacken helfen. Das läuf tzumeist so ab, dass man auf sein Konto Geld überweisen bekommt, dieses weiterleitet und eine Provision behalten kann. Die Betroffene hatte via Email ein Angebot zur Teilnahme erhalten (ja, diese Mails kennen wir und ja: Das ist tatsächlich kein Fake).

Sie berif sich vor Gericht darauf, nicht zu wissen, woher das Geld stammte und nicht zu wissen, dass es illegal war so zu handeln. Es half nicht: Sie wurde zu einer Geldstrafe (180 Tagessätze) verurteilt.

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Überwachte Nestlé Attac?

Ich lese gerade eine ATTAC-Pressemitteilung:

wie am Freitag bekannt wurde, hat der Konzern Nestlé mehr als ein Jahr lang eine Arbeitsgruppe von Attac Schweiz überwachen lassen. Der Grund: Die Gruppe arbeitete an einem Buch über die Machenschaften Nestlés („Nestlé. Anatomie eines Weltkonzerns“, 2005). Im Auftrag des Konzerns schlich sich eine Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma Securitas unter falschem Namen in die Attac-Autorengruppe im Schweizer Kanton Waadt (Vaud) ein und spionierte diese bis Sommer 2004 aus.

Dazu gibt es auch eine Meldung bei der Tagesschau, daraus war das hier besonders interessant:

Das beschuldigte Unternehmen wiederum wollte sich zu dem Fall nicht öffentlich äußern. Per schriftlicher Mitteilung ließ der Weltkonzern aber wissen, dass man während des G8-Gipfels 2003 angemessene Maßnahmen ergriffen habe, um Personal und Gebäude zu schützen. Diese Maßnahmen hätten auf strikteste Art das Gesetz respektiert.