Veröffentlicht am Kategorien Kommentar

Studien

Wieder etwas zum Thema Studien, Presse und Selber denken (letzteres ist ja für mich Teil der informationellen Selbstbestimmung). Ich lese gerade etwas auf Golem (dazu nun auch Heise), wieder mal eine Studie zu Gewalt im Alltag und Gewalt in Spielen, diesmal mit dem „Ergebnis“, dass gewalttätige Spiele auch Gewalt verursachen:

Kinder und Jugendliche, die viel gewalttätige Medien konsumieren, neigen selbst zu Gewalttätigkeit. Das haben Wissenschaftler in einer zweijährigen Studie herausgefunden.

Ich muss anmerken, dass auch ich mit wachsender Skepsis die Zunahme von Gewalt in Spielen, aber auch in der Gesellschaft beobachte. Dies nicht obwohl, sondern gerade weil ich mit Spielen wie Doom oder Quake groß wurde. Dennoch, und dies muss ich nochmals betonen, gilt der Grundsatz nicht Ursache und Wirkung zu vertauschen. Es bleibt immer die Frage: Sind Jugendliche zur Gewalt neigend, weil Sie diese Spiele spielen – oder spielen viele Jugendliche, die zur Gewalt neigen, auch solche Spiele? Lässt sich die zunehmende Tendenz zur Gewalt (wenn man sie denn bejaht) monokausal mit einer Zunahme von Spielekonsolen erklären – oder vielleicht mit dem gleichzeitigen Abbau sozialer Strukturen und der Abnahme des Breitensports, vor allem mit der zunehmenden Einstellung von Sport- und Freizeitangeboten für Jugendliche? Was ist wahrscheinlicher?

Für meinen Teil muss ich nochmals feststellen: Ich mag, einfach aus dem Bauch raus, keinerlei „einfache“ Ansätze wenn es um gesellschaftliche Zusammenhänge geht. Monokausale Erklärungsmodelle sind mit den Menschen und der Gesellschaft die sie bilden, nicht in Einklang zu bringen und abzulehnen. Andernfalls können wir sofort wieder, wie in den Anfangstagen der Kriminologie bei Lombroso, anfangen Verbrecher aufgrund ihres Erscheinungsbildes zu charakterisieren. Dümmer als die jetzigen Versuche ist das für mich auch nicht.

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