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Streetview-Widerspruch: Google hat geantwortet

Ich freue mich (ernsthaft) mitteilen zu können, dass Google auf meinen gestern erneut zugestellten Widerspruch in Sachen Streetview innerhalb von 12h reagiert hat.

Hinweis: Vorlagen, um der Erfassung durch Google-Streetview zu widersprechen, finden Sie hier.

Der Widerspruch wurde angenommen, die Antwort ist offensichtlich ein Textbaustein (auf meine Frage, wann die hier aufschlagen, wurde gar nicht eingegangen), aber ich möchte diesen Absatz hervorheben, der das Thema bei Umsetzung vollständig entzerren würde:

Wir entwickeln derzeit Mittel, welche es Ihnen vor der Veröffentlichung von StreetView-Bildern aus Deutschland ermöglichen werden, Google noch genauer über den Gegenstand Ihres Widerspruchs zu unterrichten. Dies betrifft insbesondere Mittel, mit denen Sie uns helfen können, das Gebäude oder Grundstück, auf welches sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlicher zu identifizieren. Wir werden uns diesbezüglich so bald wie möglich erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.

Also Fazit: Widerspruch lohnt sich erstmal, es gibt die Hoffnung, dass Google einen Weg findet, wie man direkt die Anzeige unterbindet. Negativ: Auf Nachfragen zum Thema wird nicht eingegangen, insbesondere die Frage, wann Google in der jeweiligen Region aufschlagen möchte – da Google nach eigenen Angaben nur die grösseren Städte vorher auf der Webseite benennt, sind die vielen kleinen Dörfer damit weiterhin im Nachteil.

Wer der Wiedergabe seines Hauses in Google-Streetview widersprechen möchte, muss eine Mail an streetview-deutschland@google.com senden, oder das ganze als Brief an

Google Germany GmbH
betr.: Street View
ABC-Straße 19
20354 Hamburg

Ein kurzer Zweizeiler sollte reichen, den man nach dem Versenden ausdruckt und abheftet – genauso die spätere Bestätigung von Google (im Betreff steht ein Mail-Code, der sollte mit ausgedruckt werden):

Sehr geehrte Damen & Herren,

hiermit widerspreche ich der Aufnahme, auf jeden Fall aber der Wiedergabe, von Abbildern meines Hauses in ihrem Dienst Google-Streetview. Betroffen ist die Anschrift [Strasse Hausnummer] in [PLZ Ortsname],

mfg
Name

100 thoughts on “Streetview-Widerspruch: Google hat geantwortet”

  1. Schön und gut wenn google auf email innerhalb 12h antwortet. Die Leute, die keinen Internetzugang haben, müssen aber auch berücksichtigt werden bzw. gerade die. Mein postalischer Widerspruch vom April ist weiterhin unbeantwortet.

  2. Was ist eigentlich das Problem daran wenn die Welt Dein Haus sehen kann?

    Die Welt kann die Zuordnung zwischen Dir und Deinem Haus doch gar nicht herstellen.

    Nach deutschem Recht darf man alles was von öffentlichem Grund aus zu sehen ist fotografieren und das finde ich ehrlich gesagt auch in Ordnung so.

    Würdest Du mir auch böse Briefe schreiben, wenn ich für Openstreetmap Hausnummern erfasse und im Zuge dieser Aktion als Dokumentation ein Bild von Deinem Haus mit Nummer in meinem Blog hätte?

    Gruss

    Sven

    1. Was ist eigentlich das Problem daran wenn die Welt Dein Haus sehen kann?

      Dass ich es nicht will. Meine Motive gehen dich nichts an.

      Nach deutschem Recht darf man alles was von öffentlichem Grund aus zu sehen ist fotografieren und das finde ich ehrlich gesagt auch in Ordnung so.

      Wenn Du mit einem Juristen über „das deutsche Recht“ sprichst solltest du dich informieren. Insbesondere da es hier nicht darum geht, dass Google fotografiert. Würde Google nur fotografieren hätten wir weniger Streitpunkte. Wenn Du die Suche hier im Blog benutzt wirst du das aber auch bald verstehen.

      Würdest Du mir auch böse Briefe schreiben, wenn ich für Openstreetmap Hausnummern erfasse und im Zuge dieser Aktion als Dokumentation ein Bild von Deinem Haus mit Nummer in meinem Blog hätte?

      Nein, ich würde eine (teure) Abmahnung schicken.

  3. „Ich bestreite im übrigen, dass die Bildaufnahmen durch die Panoramafreiheit (§59 UrhG) gedeckt sind,
    da sich die Fahrzeuge üblicherweise Hilfsmitteln (stativähnliche Aufbauten) bedienen, die damit einen unzulässigen Aufnahmestandpunkt darstellen. Ich verweise z.B. auf die BGH-Entscheidung vom 5. Juni 2003 (Az.: I ZR 192/00), die solche Bildaufnahmen ausdrücklich vom §59 UrhG ausnehmen.“

    Achtung: Ich bin kein Jurist.

  4. Jetzt bin ich neugierig geworden, ich hatte nämlich nicht gedacht, dass Du uns Openstreetmappern hier ein Minenfeld eröffnest. Das könnte der Tot von einem solchen Projekt sein.

    Wo beginnen für Dich die personenbezogenen Daten?

    Hälst Du sowas schon für problematisch:
    http://www.openstreetmap.org/?lat=48.995821&lon=8.472477&zoom=18&layers=B000FTF

    Sagen wir mal erweitert um anklickbare Häuser mit Foto.

    Ich kann da beim besten Willen keinen Personenbezug erkennen, aber IANAL.

    1. Hälst Du sowas schon für problematisch:

      So wie es jetzt ist: Nein.

      Ich kann da beim besten Willen keinen Personenbezug erkennen

      Siehe hier:
      http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/gebaude-konnen-personenbezogen-sein/
      War nicht böse gemeint oben, aber ich kaue das Thema ja nun seit einiger Zeit durch und dürfte dazu alles gesagt haben, was es zu sagen gibt – deswegen verweise ich frech auf die Suche.

      Bei Personenbezogenen Daten kommt es nicht darauf an, ob DU das zuordnen kannst, sondern DASS es möglich ist. Und wenn du stur nur auf Openstreetmap guckst, vergisst du Faktoren wie die Impressumspflicht für Webseiten, Telefonbücher und Telefon-CDs. Fakt ist, dass Strasse und Hausnummer immer mindestens einer Person zugeordnet werden können – somit personenbezogen sind.

      Die Frage muss doch anders lauten: Warum will man Hauseigentümer zwingen, sich dort einstellen zu lassen? Es wäre rechtlich gar kein Problem, wenn man dem Hauseigentümer einfach die Möglichkeit bietet, ein Bild selber hochzuladen. Dann entscheidet er selbst ob und vor allem wie er dort erscheint. Was mich nervt ist dieser Zwang, dieses „wir entscheiden, was für euch gut ist“. So funktioniert Datenschutz nunmal nicht, der ist geprägt von „Freiwilligkeit“ und „Informiertheit“.

      Bedenke aber bitte, dass meine rechtliche Einschätzung nicht die absolute ist: Du fragst mich hier nach meiner Meinung, die jedenfalls mit dem großteil der Literatur und mit der der Datenschutzbeauftragten übereinstimmt. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich damit vor jedem deutschen Gericht recht bekomme. So lehne ich u.a. die Lehre vom relativen personenbezug ab, was noch vor kurzem h.M. war und seit kurzem im Wandel ist – das macht Entscheidungen nicht kalkulierbar. Für mich ist die Diskussion hier daher eine Abstrakte und das sollte sie für dich auch sein.

      1. Wo beginnen für Dich die personenbezogenen Daten?

        Hatte ich übersehen: Ganz einfach – personenbezogen ist jedes Datum, das sich auf eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person bezieht (Gola/Schomerus, §3, Rn.10 – unbestrittene Definition die nicht zur Diskussion steht).

        Dabei gibt es keine Wertigkeit, kein „bestimmbar, aber…“, sondern nur ein „schwarz/weiss“, also entweder personenbezogen oder nicht. Deswegen fangen personenbezogene Daten bei mir auch nicht irgendwo an, sondern ich frage alleine, ob das Datum zugeordnet werden kann oder nicht.

        Es gab lange den Versuch das zu unterlaufen, hier kommt die oben erwähnte „Lehre vom relativen Personenbezug“ ins Spiel. Wie gesagt: Ich lehne die ab, ich kann dir aber ernsthaft nicht sagen, wie der Meinungsstand dazu ist. Noch vor 5-10 Jahren war ich einer von wenigen, heute gibt es viele, die meinen, diese Lehre ist nur noch Mindermeinung. Ich denke – und darauf warte ich – ein Urteil des BverfG ist langsam notwendig. Danach kann man dann weiter sehen. Ich jedenfalls sehe in der Lehre vom relativen Personenbezug (so wie in jeder Aufweichung des schwarz/weiss-Gebildes) eine Verletzung des BVerfG-Grundsatzes „Es gibt kein unbedeutendes personenbezogenes Datum“.

  5. Ganz zu Ende gedacht würde sowas IMO dazu führen, dass alle Adressen aus Navigationsdaten rausgenommen werden müssen. Ich könnte nicht mal bei meiner eigenen Adresse der Veröffentlichung zustimmen, weil hier noch andere Leute im selben Haus wohnen. Ich hatte bisher Straße und Hausnummer nicht als personenbezogen gesehen sondern lediglich als einen anderen Namen für sowas wie N48°59’46“ E8°28’21“.

    Erst der Fakt, dass ich an diesem Ort wohne macht das Datum personenbezogen. Dass man diesen Bezug natürlich oft sehr einfach mit Hilfe öffentlicher verfügbarer Daten herstellen kann ist natürlich richtig.

    1. Ganz zu Ende gedacht würde sowas IMO dazu führen, dass alle Adressen aus Navigationsdaten rausgenommen werden müssen.

      Strasse und Hausnummer sind personenbezogene Daten, keine Frage. Aber es gibt bei der Verwaltung dieser Daten für sich alleine nicht nur ein allgemeines überragendes berechtigtes Interesse, dass sie verfügbar sind – das Beispiel Einwohnermeldeauskunft zeigt, dass sie allgemein zugänglich sein sollen. Auch sehe ich keine Gefahr für das Individuum, wenn man weiss, dass es eine Strasse X mit Hausnummer Y überhaupt gibt und wo die liegt. Vielmehr ist es ja gerade der Sinn von Strassen und Hausnummern, das Auffinden von Personen überhaupt zu ermöglichen.

      Wenn man das aber mit einem Abbild des Hauses kombiniert, kann es zu einer Gefahr werden, da sich nun sehr leicht (bei umfassender Erfassung!) umfangreiche Rückschlüsse bei minimalem Arbeitsaufwand über sämtliche Einwohner ergeben. Alleine die Information ob jemand eine Wohnung oder ein Haus bewohnt ist für mancheinen schon interessant.

      Deswegen gehört es aber nicht gleich verboten – ich setze mich weder für ein Verbot von Streetview noch für eines ähnlicher Dienste ein. Ich möchte lediglich eine Wahl haben. Gerade Google, die ja immer wieder darauf verweisen, dass es nur minimale Widersprüche gibt, unterstützen das ja noch: Wenn es ohnehin keinen stört, sollte es kein Problem sein, die zu respektieren die es nicht möchten. Wenn ich z.B. ansehe, wie viele Menschen in Telefonbüchern stehen, bin ich sogar geneigt, Google zu glauben – was nichts am Prinzip der Freiwilligkeit ändert.

      Dass man diesen Bezug natürlich oft sehr einfach mit Hilfe öffentlicher verfügbarer Daten herstellen kann ist natürlich richtig.

      Und das ist der Punkt. Denn personenbezogen ist ein Datum auch dann, wenn es nur mittelbar einer Person zugeordnet werden kann.
      Du musst bitte aufpassen, nicht den typischen und verständlichen Fehler zu machen: Du siehst euer gutes(!) Projekt und deine positiven Absichten, du kommst gar nicht auf die Idee, dass irgendjemand blödsinn mit diesen Daten macht. Innerhalb von Openstreetview – solange es transparent ist – mache nicht einmal ich mir da ernsthafte Sorgen. Doch wenn die Daten einmal frei verfügbar sind, wird sie sich jemand kopieren – und was der dann damit macht, darauf hast du keinen Einfluß mehr.

      Wie interessant die Abbilder von Häusern sind, erkennt man daran, dass es schon früher Anläufe gab (und gibt), eine umfassende Ansicht der Häuser zu erstellen. Eine solche ist von Interesse bei der Vermarktung von Produkten, aber auch wenn man Rückschlüsse auf die Bonität ziehen möchte (Extrembeispiele: Offensichtliches Villenviertel vs. Siedlung von Plattenbauten). Ich gehe mal davon aus, dass du aus Spass an dem Projekt mitarbeitest – und nicht weil du möchtest, dass irgendeine Auskunftei weniger Arbeit hat – eben diese Gefahr sehe ich aber.

  6. Mittlerweile scheint die automatische Texterkennung bei google ganz gut zu funktionieren. Ich hab innerhalb weniger Sekunden eine Antwort erhalten…

  7. Heute traf ein Brief von Google Hamburg im Namen der Google, Inc. ein, der den Eingang meines Widerspruchs bestätigt.

    Es wurden darin u.a. „Mittel“ angekündigt, die eine genauere Unterrichtung über den Gegenstand des Widerspruchs ermöglichen sollen, insbesondere zur verlässlicheren Identifikation des Gebäudes oder Grundstücks auf das sich der Widerspruch bezieht.

    Da bin ich mal gespannt.

  8. Haben Sie sich mal gefragt, welche Folgen ein Verbot solcher Fotos für uns alle haben würde? Niemand dürfte mehr Fotos zeigen, die ein Haus enthalten.

    Die Pressefreiheit würde massiv beeinträchtigt, denn Pressefotos könnten staatlich bequem und einfach zensiert werden, wenn ein Haus darauf abgebildet ist, z.B. das Kanzleramt, das Bundespräsidialamt, der Reichstag. Unliebsamen Journalisten wird man dann einfach die Genehmigung zur Veröffentlichung verweigern können. Ohne besonderen Grund.

    Auch die, die hier darauf pochen, ihr Haus dürfe nicht gezeigt werden, dürften zukünftig niemals mehr irgendwo irgendein Foto herumzeigen, wo auch ein Haus mit drauf ist, geschweige denn ein solches in einem Medium gleich welcher ARt veröffentlichen.

    Die Wohnungssuche via Internet wäre Vergangenheit. Während in allen anderen Ländern das noch online geht – sogar in Frankreich, wo es nicht einmal eine Panoramafreiheit gibt und StreetView schon längswt online ist ohne jedes Problem – würden wir Deutschen wieder ganz brav zur Sonntagszeitung greifen, weil es Online-Anzeigemärkte (mit Bild) nicht mehr geben darf.

    Der Urlaubsort wird im Internet nicht mehr abgebildet werden dürfen, denn man bräuchte ja von jedem einzelnen Hauseigentümer eine Sondergenehmigung. Gemeinden, die ihre Urlaubsregion bewerben wollen, dürften auch keine Fotos ihrer Region mehr auf Internetseiten veröffentlichen, da diese ja auch Häuser zeigen. Es sei denn, die Gemeinde zahlt den Hausbesitzern einen Lizenzpreis (aus Steuergeldern).

    Sie alle, die Sie hier so enthusiastisch gegen StreetView wettern, machen sich offensichtlich überhaupt keine Gedanken, welche dramatischen Folgen es für unser Land und auch für Ihre eigenen Bürgerrechte haben wird, wenn es untersagt wäre, Fotos von Häusern anzufertigen und zu veröffentlichen.

  9. @Peter Debik M.A.

    Hätten Sie vorab obige Texte gelesen, anstatt einfach drauf los zu posten, hätte Ihnen auffallen müssen, dass es eben keineswegs um ein gewolltes Verbot der Veröffentlichung entsprechender Bilder geht, sondern lediglich um die Möglichkeit des Widerspruchs im Einzelfall.
    Vielen Leuten mag es egal sein, aber ich möchte weder in meiner Eigenschaft als Mieter einer Wohnung in einer größeren Stadt, noch als Besitzer eines kleinen Häuschens auf dem Land, dass weltweit mit einem Klick aufgrund der Ansichten meiner Anschriften Rückschlüsse auf meine Wohnverhältnisse möglich sind.
    Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, welches Potential für Kriminelle eine solche Plattform beinhaltet, oder wie leicht darüber Mobbing ermöglicht wird?

    MfG
    Harry

  10. @Harry

    Was meinst du damit, dass Mobbing so ermöglicht wird?
    Ich bin mir alles in allem unsicher, was für ein Negativ-Potenzial in Google Streetview steckt. Ich habe zur Zeit noch eher eine diffuse Abneigung dagegen.

  11. Ich sehe weniger die Gefahren von Mobbing, wenn so ein Verzeichnis aber frei verfügbar ist werde ich eine Bausanierungsfirma gründen und den Bewohnern aller Häuser, deren Bausubstanz bei google Streetview marode wirkt, ein Angebot unterbreiten. Die Namen dürften sich anhand der Adresse mit einem digitalen Telefonbuch ja ohne weiteres rausfinden lassen 😉

    Ganz im Ernst, wenn es um die Kombination verfügbarer Daten in so einem Ausmaß geht, sollten wir uns alle Gedanken machen, was das für uns in Zukunft bedeuten kann. Ein einzelnes Bild, dass man irgendwo im Internet von einem Haus hochlädt, wird selbst wenn es GPS-Daten enthält eher nicht das große Interesse wecken. Aber wenn ich bei google jetzt auch sehe, wo die Leute wohnen, kann das ganz andere Folgen haben.

    Die Hinweise auf Bonitätsprüfungen z.B. halte ich hier für ein gutes Beispiel. Man stelle sich vor der freundliche Bankangestellte lehnt die Vergabe eines Kredits trotz ausreichender Bonität ab, weil ihm die Wohngegend suspekt ist oder der Vermieter der Traumwohnung entscheidet sich aus dem gleichen Grund gegen einen.

    Ganz davon abgesehen fördert so ein Verzeichnis die Bildung von Vorurteilen. Wer hat nicht schon einmal die neue Bekanntschaft gegoogelt und plötzlich den Gästebucheintrag mit ihrer Emailadresse bei einem Swingerclub gefunden (nettes Beispiel, ich weiß 🙂 Wenn ich sehe wo und wie jemand lebt mag das vielleicht keine derart abschreckende Wirkung haben, aber es wird sicher auch außerhalb der Geschäftswelt die Menschen beeinflussen.

    Wenn sich dann doch die Freunde und Kollegen über den Vater einer fünfköpfigen Familie lustig machen, weil er aus der finanziellen Not heraus die Fassade des Hauses seit Jahren nicht mehr erneuern konnte, fragen wir uns vielleicht, ob Streetview eine gute Sache ist.

    Aber letztenendes suchen wir die Schuld vermutlich wieder bei uns selbst, denn wir hätten ja widersprechen können…

    SCNR

  12. Wenn ich nun mit meinem Namen und meiner Adresse an Google schreibe, haben die meinen Charakterzug (wehrt sich, kennt sich aus, scheint halbwegs gebildet, besitzt ein Haus), dazu meine exakte Adresse, meinen echten Namen und meine Mailadresse.

    Diese Daten können bei der Bearbeitung meiner Mail erstmal in die Untiefen der Google-Datenbanken eindringen und bis in die USA kommen.

    Mein Empfinden zum Thema Freiheit, welches sich an Google reibt, sagt mir, dass DAS das grössere Übel wäre.

    Was sagt Ihr dazu?

  13. Na endlich!

    Nach seitenlanger Diskussion kommt erst im vorigen Beitrag der Hinweis auf das eigentlich doch so Offensichtliche:

    Der Widerspruch muss nun mal mit den wichtigsten Daten, die man hat, dem Verursacher des ganzen Problems – an Goggle – geschickt werden.

    Dilemma erkannt?

    An den S/W-Apologeten Jens Ferner:

    Dabei gibt es keine Wertigkeit, kein “bestimmbar, aber…”, sondern nur ein “schwarz/weiss”, also entweder personenbezogen oder nicht.

    Dieser Anspruch ist gar nicht durchzuhalten. Da kann des BVerfG entscheiden, was es will. Urteile, die zu nicht bezahlbaren Konsequenzen führen werden eben ignoriert. Die Informationstechnik bedingt, dass es zu jeder Person, dutzende interne IDs (sogenannte primary keys) gibt, die niemandem was bringen, der sich nicht – i.A. widerrechtlich – in entsprechende Rechner einloggt. Diese IDs alle einer Behandlung zu unterziehen, die man z.B. für die datenschutzrechtliche Behandlung einer Tel-Nummer (die ja Menschen ohne Telefon auch nichts bringt) aufwendet würde darauf hinauslaufen zu Morsecode und Papier zurückzukehren. So was dekretiert kein noch so entrückter Richter.

  14. Ich halte es für ungefährlich, sich bei Google als Streetview-Gegner zu outen. Was soll Google mit den Namen und Adressen machen? Es wird sowieso auffallen, wenn z.B. zwischen den Hausnummern 27 und 29 das Haus 28 unkenntlich gemacht wurde. Ich sehe das als positiven Ausdruck meiner Persönlichkeit. Manchmal hilft es auch, eine Position zu beziehen. Sollte es üblich werden, dass sich Personalverantwortliche vor den Einstellungsgesprächen das Haus ansehen, in dem man wohnt (und das befürchte ich am meisten), dann hätte man an dieser Stelle wenigstens die Chance, Charakter zu beweisen. Das soll ja doch bei einigen Arbeitgebern gar nicht so schlecht ankommen …
    Was ist eigentlich, wenn man in einem Mietshaus wohnt? Muss dann das ganze Haus unkenntlich gemacht werden?

  15. Florian, bitte zu bedenken, daß es in ländlichen Regionen auch kleinere Ortschaften gibt ( + / – 100 Einw. ) dann fehlt nicht nur zwischen Haus Nr.27 und 29 ein Haus, geh‘ mal davon aus, daß dann eine Ortschaft fehlt, wenn sich die Einwohner einig sind, und das sieht gerade so danach aus. Das mit dem Mietshaus ist weiter oben bereits schon beschrieben.

  16. @harry:
    Obwohl jährlich jedes Jahr weltweit mehrere Milliarden Abrufe von Stadtplänen, Satellitenfotos, Routenplanern usw. erfolgen, ist noch kein einziger Fall bekannt geworden, wo Kriminelle tatsächlich mit solchen Daten einen Einbruch geplant hätten.

    Die Wohnverhältnisse kann jedermann zu jederzeit auch einfach vor Ort sehen. Wenn Sie nicht möchten, dass man weiß, wie Sie wohnen, müssen Sie das Klingelschild von Ihrem Haus entfernen und sich aus Verzeichnissen wie z.B. dem Telefonbuch austragen lassen. Denn erst dadurch können andere Ihren Namen mit Ihrer Anschrift in Verbindung bringen.

    Es wird auch gerne das Argument angeführt, Banken könnten bei der Kreditvergabe die Wohnverhältnisse prüfen. Banken haben allerdings schon seit vielen Jahre eine ganz tolle Erfindung entdeckt: den Gehaltsnachweis.

  17. @Ein Vorsichtiger:

    Ihre Krankenversicherung, Ihr Arzt, Ihr Arbeitgeber, Ihre Bank, Polizei, Staatsanwaltschaft, sogar Ihr nächstgelegenes Bürgeramt haben sehr viel mehr, genauere, gesichert richtige und gefährlichere Informationen, mit denen man wirklich etwas anfangen kann, über Sie als Google. Aber statt solch umfassender, handfester Infos argumentieren Sie mit diffusen, völlig belanglosen, ungesicherten Infos, man würde Ihren Charakter einschätzen können anhand einer e-Mail Anfrage, dass Sie Ihr Haus gelöscht haben wollen? Sehen Sie dieses seltsam Missverhältnis in Ihrer Argumentation?

    Haben Sie sich neulich mal bei Ihrer Krankenkasse über die dort über Sie gespeicherten Daten beklagt? Haben Sie sich mal bei Ihrem Bürgeramt beschwert, dass man Sie dort im Computer hat? Oder bei Ihrer Elektrizitätsgesellschaft, weil die ja wissen, wieviel Strom Sie verbrauchen („ist häufig nachts auf“) oder dem Wasserwerk, was Daten zu Ihrem Wasserverbrauch hat („putzt sich morgens normalerweise um 6 Uhr die Zähne“)? Merken Sie wie absurd Ihre Argumentation ist?

  18. @ Christ:

    „wenn so ein Verzeichnis aber frei verfügbar ist werde ich eine Bausanierungsfirma gründen und den Bewohnern aller Häuser, deren Bausubstanz bei google Streetview marode wirkt, ein Angebot unterbreiten.“

    Oh wie schrecklich! Ein Angebot! Na das ist aber etwas wirklich ganz Fürchterliches, was man unbedingt gesetzlich verbieten muss!

  19. Wozu die Anstellerei?
    Sollte ich mich wirklich aufregen nur weil google ein paar fotos von meinem Vorgarten macht? Zieht überhaupt irgendwer einen Vorteil aus ein paar veralteten fotos von meiner fassade? Ich meine wäre ich ein z.B. ein verbrecher, ein bauunternehmer
    oder sogar beides, dann würde ich doch nicht google earth dazu benutzen um mein nächstes ziel auszuwählen, sondern mir eher selbst ein bild davon machen. Ich glaube das jeder der sich gedanken wegen dieser Streetviewgeschichte macht, entweder paranoid oder einfach nur ein bisschen zu deutsch denkt. In anderen ländern gab es nämlich kaum anstände wegen dieser Bilder, die auch jeder 0815-tourist mit seiner Digitalkamera von der straße aus aufnehmen könnte. Die überreaktion von vielen datenschützern ist meiner meinung nach sowas von unbegründet, das ich brechen möchte.

  20. Hallo,
    ich verfolge StreetView u.a. Projekte schon länger, und das aus unterschiedlichen Gründen.
    Als „Virtugraf“ erstelle ich 360° Aufnahmen u.a. für Städte, Hotels etc. und muss mich mit den rechtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen.
    MW ist nichts gegen StreetViews einzusetzen, solange sie die normale Betrachtungshöhe nicht überschreiten. Sonst könnte ja keiner mehr ein Foto mit Gebäuden machen.
    Nur ist die Höhe mittels Hilfmittel (Träger auf dem Auto) höher – ich darf das schon nicht mehr.
    Ausserdem ist der Bildinhalt hauptsächlich das Gebäude – also ist das Gebäude nicht „aus versehen“ mit abgebildet.

    Ich möchte mal sehen, was derjenige sagt, wenn es zu einer wie auch immer gearteten Auseinandersetzung kommt, wenn plötzlich ein Streetview- Bild mit seinem Auto vor einem Objekt als Beweismittel auf dem Tisch liegt – oder ein Foto vom Haus/Wohnung aus 3m Höhe über den Zaun bei dem man sauber ich die Fenster/Garten schaut und sieht was da abläuft.

    Wenn ich mir Genehmigungen für solche Aufnahmen hole hat die Person Chance zu verschwinden, sein Auto wegzunehmen usw.

    Just my 2c 🙂
    Ciao
    Mike

  21. Schön dass sich hier auch Befürworter von Streetview zu Wort melden. Auffällig ist, dass sie vor allem bekunden, wie völlig unverständlich der Protest gegen Streetview für sie ist. Murfis möchte sogar deshalb brechen, Peter Debik findet die Argumentation absurd.
    Es hat vermutlich keinen Sinn, solchen Leuten die eigenen Bedenken noch erklären zu wollen. Es gibt immer die „Es wird schon alles gut“ Fraktion und die „Es kommt noch schlimmer“ Fraktion. Wichtig ist für mich nur, dass an Stellen wie dieser ein allgemeines Rechtsempfinden gebildet wird, auf dessen Basis man sich dann vielleicht verständigen kann. Es macht keinen Sinn, der anderen Seite immer wieder Dummheit vorzuwerfen.
    Warum ich eigentlich gegen Streetview bin? Ganz einfach: Google will Geld von mir, und ich mag Google nicht und will Google kein Geld geben. Wieso Google Geld von mir will? Weil Google nichts, aber auch absolut nichts auf dieser Welt tut, was nicht irgendwie zu Geld führt. Streetview wird Google Geld bringen, und mir eventuell Nachteile, aber keine Vorteile, weil ich es nicht nutzen werde. Wer sich also ausnehmen lassen will oder glaubt, durch Streetview eine Gegenleistung zu bekommen, bitte.

  22. @Florian: Der Punkt ist, dass die Gegner einfach keine schlüssigen Argumente präsentieren. Alles, was gegen Streetview behauptet wird, sind nur Vermutungen, Verdächtigungen und Erfindungen. Alles, was die Befürworter des Dienste ins Feld führen, sind nachprüfbare, beweisbare Fakten.

    Beispiel: Sie schreiben, Google wolle Geld von Ihnen und mache nur Dinge, die zu Geld führten. Das ist objektiv falsch und einfach nur eine willkürliche Behauptung. Sie können jede Menge Google Leistungen nutzen, für die weder Sie noch andere bezahlen. Wenn Unternehmen in der Google Suchmaschine Anzeigen schalten, dann tun sie dies freiwillig. Um die Google Suche zu nutzen, muss man an Google gar nichts zahlen, nichtmal seine eigenen Daten preisgeben. Und ich gehe jede Wette ein: auch Sie nutzen die Google Suche.

  23. @Peter: Nein, es es ist nicht objektiv falsch, dass Google mit allem nur Geld verdienen will. Das wird man nicht mal bei Google selbst bestreiten, ein paar Charity-Aktionen einmal ausgenommen. Dazu sind die sogar verpflichtet, nämlich ihren Aktionären gegenüber.

    Ob Sie dafür zahlen, dass Sie die Google Suchmaschine benutzen, müssen Sie selbst beurteilen. Deshalb habe ich erstmal nur behauptet, dass Google gerne von uns allen Geld hätte. Sie bekommen es auch, und zwar von Unternehmen, die es wieder von uns bekommen. Gezahlt haben will nachher keiner, das ist wie bei den privaten Fernsehsehndern. Die sind ja auch „umsonst“. Dabei unterliegen wir alle der Manipulation, ein Geschäft das sich offensichtlich lohnt. Warum sollte es bei Google anders sein? Jeder glaubt nur, er lasse sich von der Vorauswahl der Suchergebnisse nicht beeinflussen, aber gekauft wird doch dann doch danach.

  24. @Peter Debik M.A.
    „…Google wolle Geld von Ihnen und mache nur Dinge, die zu Geld führten…“
    Das ist auch der Grund für StreetView und an sich nichts Ehrenrühriges. Jedes (nicht gemeinnützliches) Unternemen hat das Ziel, Geld zu verdienen. Das macht mein Bäcker an der Ecke auch. Und auch ein Touristen-Foto meines Hauses („sieht gut aus, so mit dem Kirchturm im Hintergrund!“) ist nicht problematisch. Das wird es erst, wenn der Tourist es ohne meine Zustimmung mit den verbundenen Geotagging-Daten veröffentlicht. Damit gibt er Dritten die Möglichkeit, Schlüsse auf mich zu ziehen, die mir u.U. schaden können.
    Und dasselbe macht Google!
    Selbstverständlich gibt es Leute, die mit der Aufnahme ihrer Häuser über StreetView einverstanden sind (Hoteliers, Restaurantbesitzer, …). Die können das ja auch machen. Aber deren Gründe sind nicht meine und deshalb habe ich etwas gegen eine Veröffentlichung meines Hauses.

  25. Es gibt eben eine Fraktion dies OK findet und eine andere die dagegen ist.
    Das ist kein Beinbruch, nur sollte die eine ihre Meinung der anderen nicht aufzwingen.
    Natürlich wäre der Aufwand unverhältnismäßig hoch, wenn GSV erst Fragen würde “ Darf ich … zum Zwecke .. Ihr Objekt benutzen ?“.
    Aber DAS wäre der Weg den ich auch IMMER gehen MUSS.
    Aus Bequemlichkeit oder wegen des hohen Aufandes darf ich ja auch nicht einfach ein Gesetz umgehen.
    Es gibt ja außerdem auch noch andere Rechtinhaber an einem Gebäude (Architekt, Künstler etc)- dürfen die GSV verklagen, wenn sich widerrechtlich Abbildungen ihrer Werke in GSV widerfinden ?

    Ciao
    Mike

  26. Liebe Anti-Google-Streetview, Du sprichst das an, was mit auch am meisten ängstigt. Wir wohnen in einem Neubaugebiet und dort sind anfängnlich auch Leute mit Fotoapparaten herumgelaufen und haben Häuser fotografiert. Zu einem bin ich hingegangen und habe ihn gefragt, was er da tut, weil ich das ganz schlimm fand, das war so ein Zoofeeling, man fühlte sich beobachtet. Er sagte, er wolle sich Anregungen holen, weil er selbst bauen wollte. Nun konnte ich ihn also fragen, die Chance hat man bei Google nicht, würde die Straßenansicht einfach veröffentlich. Jeder Gangster kann bequem von zuhause ausbaldowern, wo sich ein Bruch lohnt und wo die Schwachstellen des Hauses liegen. Das kann er im Übrigen ja jetzt schon, die Sicht von oben ermöglicht ja auch schon Einblicke, die ich höchst zweifelhaft finde.

    Tatsache ist auch, daß eine Freundin von mir von einem Callcentertypen terrorisiert wurde, der es wohl nicht verknusen konnte, daß er an sie kein Abo loswurde und der erschreckte sie damit, daß er schilderte, was er bei Google Earth über ihre Wohnsituation dachte. Sie wußte nicht, wer er ist er wo er wohnt, er allerdings sehr wohl von ihr. Wenn das nicht Cybermobbing ist….

  27. Die Telefonnumern und die Adresse
    sind öffentlich – die 0815 Touristenfotos auch.
    Doch der Aufwand, diese mit
    anderen öffentlich zugänglichen
    Daten eine Verknüpfung herzustellen wäre immens – meistens auch rechtlich unmöglich (z.B. Daten der Krankenkasse u.a.). Diese Verknüpfung würde ich ALLERHÖCHSTENS den Geheimdiensten zubilligen.
    (Die machen es sowieso, auch für unsere Sicherheit).
    Gefahr sehe ich aber doch in quasi sofortiger und kostenloser Verfügbarkeit, die den Kriminellen (nicht so schlimm)und Terroristen (siehe z.B.Madrit/London/München U V M)
    zu verfügung stehen.
    4 Stunden am PC oder Internethandy würden (und wahrscheilicht werden) die
    teuren, mehrmonatigen und aufwendigen Recherchen von Monaten und 100 Tausenden $ wettmachen. Das nur zu bedenken auf anderer Ebene als „Bauunterneher“ oder „unliebsame Angebote“.
    Und zum Schluss noch 2 Aspekte: C-Org der bekannten „Kirche“ und 1933 bis 1945. Wie kann man überhaupt garantieren, wie von solchen (und vielen anderen) Organisationen solche Daten missbraucht werden ??
    Wenn das noch nicht reicht – wie wäre es mit Iran und deren schon heute INTERNATIONAL operierenden Schergen? Und was ist mit „Nouki´s“. Die brauchen weder Gesetze noch die Datenschützer zu beachten – also jede Diskussion aud der (wiedersprüchlichen) Gesetzen und Datenschutzebene ist sowieso obsolet, und da Recht oder Unrecht in den Blogs sich zu erarbeiten ist
    (leider) nicht wichtig.

  28. Hallo liebe Leute,

    die Pseudo-Argumente einiger hier gehen mir gegen den Strich.

    Niemand, ich betone N I E M A N D, auch kein internationaler Konzern wie Google, hat das Recht, nur eines meiner Rechte einzuschränken.

    Die Großkonzerne haben eh schon die politische Macht. Den letzten Rest Freiheit lasse ich mir von diesen Faschisten nicht rauben.

  29. Sicherlich ist es etwas Tolles, einfach auf die Schnelle die Strassen von New York, sonst irgendeinen Flecken der Erde oder das Nachbardorf virtuell zu besuchen, aber wo bleibt die Spannung, das eigene Entdecken, die Überraschung? Ich weiss, ich bin ja nicht gezwungen solchen Service zu nutzen. Jetzt aber zu den Fakten. Ich habe Inernettechnologien studiert und bereits vor 15 Jahren gab es Professoren, die uns damaligen Studenten erklärten, das INFORMATIONEN, DATEN die Ware, die Macht der Zukunft sein werden. In diesem speziellen Fall hier weiss das auch Google. Google saugt alles auf was irgendwie greifbar ist. Wissen ist Macht, ein Sprüchlein das wohl jedem bekannt ist. An Google wird man in Zukunft nicht mehr vorbei kommen, sollte man ihnen nicht Widerstand bieten. Monopolisten sind ein grundsätzliches Problem und diesen sollte grundsätzlich kein Vorschub geleistet werden. Wer Informationen von mir, meinem Lebensraum und Umfeld sammelt hat keine Unterstützung verdient. Datenschutz wird viel zu locker geregelt. Es geht um die individuelle Freiheit die viel größeren Schutz verdient.

  30. Es geht den von uns vertretenen Eigentümern u. a. auch darum, Schaden und Belästigung von sich und dem Haus abzuhalten (Bilder zu Einbruchs-Studienzwecken, Besuche von Drückerkolonnen, die neue Dächer, Hausfenster etc. verkaufen möchten) Das ist, denke ich, ein berechtigtes persönliches Interesse.

  31. An alle unkritischen Geister,
    die Ihr so freizügig gar keine Probleme mit Publizierung Eurer Privatsphäre habt:
    Wenn Ihr so sehr offen seid und nichts zu verbergen habt, geht Ihr bestimmt auch nackt einkaufen oder? ;-))

  32. Oh mein Gott…als würd da i.was schlimm dran sein, wenn jemand dein Haus im Internet anschaun kann.
    Du kannst ja auch keinen dran hinder, dass er an deinem Haus vorbei fährt. Ist doch eigentlich das gleiche. Derjenige weiß dann auch deine Straße, Hausnummer und wenn er bis zur Tür geht sogar deinen Nachnamen.;) Er könnt auch einfach durch’s Fenster schaun. Bei streetview sieht man grad mal dein HAUS. Als würd des i.jemanden weh tun.xD

  33. Mein Gott, dieses Theater mit Google Streetview ist so lästig, wie es typisch deutsch ist. Warum ist das für Euch so ein Problem? Warum werden da ständig wieder Datenschutzbeispiele rauf und runter gebetet?

    Eine Sache finde ich langsam extrem peinlich. Wenn ich auf Google maps gehe und Deutschland bereits allein durch die Abgrenzung der „blauen Flächen“ erkennen. Das ist etwas worüber ich mir mal langsam Gedanken machen würde, weil sich kein anderes Land einen dermassenen Kopf macht, ausser wieder das typisch überbürokratische Deutschland…..Aber Milliarden in Griechenland pumpen…

    Ich verstehe auch diese ganzen Argumentationsbomben der Google Streetview Gegner irgendwie nicht. Keiner von Euch hochgebildetetn Freizeitjuristen mit Panikaticker Angst man könne ihm was weggucken hat allem Anschein nach jemals über Google Earth nachgedacht. Da kann man fast alles genauso gut erkennen, wie über Streetview und das sogar von oben, was noch mehr Aufschluss über persönliche Wohnverhältnisse preisgibt. Ihr solltet alle mal etwas entspannter an die Sache herangehen und nicht bei jeder Kleinigkeit sofort irgendwelche Bedenken oder sonstwelche Ängste aus Eurem Zuaberhut der Panikmache herausziehen. Euch tut schon keiner was, da müssten sich die Menschen in den USA viel mehr Gedanken machen und denen ist das offensichtlich Scheissegal.

    Ich persönlich habe kein Problem damit, das über Streetview mein Haus erkannt werden kann. Da hat sich das Internet schon viel mehr von mir herausgezogen schon wesentlich mehr (Beispiel Amazon).

    Stellt Ihr man schön weiter Eure Beschwerden bei Google ein…

  34. Ergänzung:

    Thema Datenschutz und die verbindung zu StreetView.

    Mir wurde vor einiger Zeit ein Link zugespielt (von einem Bekannten, der sich aus bestimmten gründen KEIN Amazon Account angelegt hat).

    Dieser Link hat meinen Merkzettel oder Wunschzettel oder wie das Teil bei Amazon auch immer heissen mag, angezeigt. Da wurden diese von mir gemerkten Artikel öffentlich mit meinem Namen und meiner Anschrift angezeigt!!!!

    Also wenn Ihr Euch schon wegen Datenschutz und Schutz der eigenen Privatsphäre auslassen müsst, dann tut dieses bitte an der richtigen Stelle. Denn StreetView ist bei weitem nicht so gefährlich, wie es andere Onlineressourcen sind, die sich da unserer Daten bedienen.

    Andererseits können wir uns aber auch nicht vom Internet abschneiden. Denn wenn wir alle unsere daten Schützen würden, ich meine jetzt wirklich alles, dann währe das Internet nahezu leer, bzw. für uns deutsche würde es kaum noch verwendung dafür geben…es lebe die Steinzeit!!!

  35. Es gibt bereits mit Google Maps/Earth Satellitenaufnahmen, die wesentlich aussagekräftiger sind als die geplanten Seitenansichten von Gebäuden. Es gab bereits vor der Web-Ära Luftbildatlanten. Aber auch Seitenaufnahmen hat es immer schon gegeben: Ansichtskarten, Werbefotos, Kamerafahrten, Dokumentationen. Natürlich auch Touristenfotos. Google macht nichts anderes, aber im größeren Stil. Georeferenzierte Daten gab es auch schon, z.B. ist eine Ansichtskarte mit dem Titel „Der Hamburger Rathausplatz“ bereits georeferenziert. Auch ein Zeitungsfoto mit einer Straßenszenerie und einer ortsbezogenen Berichterstattung. Nun ist bereits ein Gesetz in Vorbereitung, dass Bewohnern/Besitzern eines Hauses Einspruchmöglichkeiten garantieren soll. Natürlich wird man uns sagen, das soll nur „systematische georeferenzierter Datensammlungen“ gelten. Viel gefährlicher als der Blick über den Gartenzaun ist, dass hiermit möglicherweise jedem ein beliebiges Vetorecht gegen unliebsame Fotos eingeräumt wird. Und georeferenziert und systematisch kann auch die Fotosammlung auf einer Homepage oder auf Seiten wie Flickr oder fotocommunity sein! Oder ein Bildband. Oder ein Fotoarchiv. Ungünstigstenfalls bekommen wir Zustände, die schlimmer sind als in der DDR, denn dort waren solche Aufnahmen bis auf sicherheitsrelevante Objekte erlaubt. Mal abgesehen von einer hysterischen Blockwartmentalität und ggf. gnademlosem Abmahnwahn. Davor habe ICH, der ich selber fotografiere, Angst! Den Riesen Google hingegen wird ein solches Gesetz keineswegs treffen. Google wird sich notfalls darauf berufen, dass für sie US-Recht gilt. Außerdem sind die Aufnahmen für StrettView schon fertig, und kein Gesetz gilt rückwirkend. Treffen wird es andere. Auch dann, wenn Städte wie Ratingen wilkürlich Sondernutzungsgebühren fordern. Wobei bezeichnenderweise diese Stadt selber Google Maps nutzt und sogar 3D-Panoramafotos auf ihrer Website veröffentlicht. Nee, Leute, bitte schützt uns vor „Datenschützern“, die sich merkwürdigerweise um ELENA, Vorratsdatenspeicherung und großen Lauschangriff nicht gekümmert haben. Da stimmt was nicht!

  36. Das schlimme an der Sache ist nur wenn ich einen Wiederspruch bei Google einlege, haben die dann auch noch meine E-Mail-Adresse passend zum Haus ..toll

  37. Ich hoffe, es gibt noch vernünftige Leute, denen die Informationsfreiheit und die Freiheit Bilder zu veröffentlichen wichtiger ist als Zensur, egal welches Motiv von Datenschützern oder Hauseigentümern angeführt wird.
    Ich hoffe, dass dieser streetview Fall irgendwann vor dem Verfassungsgericht landet und die Presse- und Informationsfreiheit siegt, also so bleibt, wie sie seit Jahrzehnten ist.
    Ich möchte im öffentlichen Raum Bilder machen können und diese auch im Internet oder sonstwo veröffentlichen dürfen, egal ob als Privatperson, Journalist oder Firma.
    Und dabei soll es egal sein, wie die Firma heißt und in welchem Land sie ansässig ist. Google hat meiner Meinung nach schon viel zu viel Eingeständnisse gemacht, die man hätte nicht machen müssen. Ich nutze google seit Jahren, bin auch kritisch, aber ich entwickle keine Phobien wie es hierzulande in letzter Zeit viele Leute aus reiner Unwissenheit und Angst tun und die in der Regel auch nicht wissen, um was es genau geht, weil sie sich einfach nicht gut mit dem Internet auskennen. Für Menschen, die damit aufgewachsen sind und großen Nutzen aus der Informationsfülle und den Angeboten ziehen, ist es unverständlich, wie man nun die (Informations-)Rechte einschränken möchte. Häuser und öffentlicher Raum haben keinen Persönlichkeitsschutz und dabei soll es bleiben.
    Autos werden ja auch nicht verboten, nur weil damit potentielle Unfälle passieren können und dabei Menschen sterben. So ist es mit jedem Medium. Teils schon seit Jahren haben mit Streetview folgende Staaten kein Problem: USA, Kanada, Frankreich, Japan, Italien, Schweden, Spanien, Neuseeland, Australien, Großbritannien, Niederlande, Schweiz, Portugal, Mexiko, Dänemark, Norwegen, Finnland, Südafrika und China (hier nur Hongkong und Macao).
    Aber der Deutsche hat mit zu viel Freiheit und Fortschritt ein Problem….
    Ich kann mich meinem Vor-Blogger Werner Köhler nur anschließen und hoffe, es gibt noch genug andere, die die Chancen und Vorteile sehen und ebenso die Gefahren, wenn nun zensiert und verboten werden soll.
    Ich wundere mich nur, dass sich noch niemand über die Luftbild-Vogelperspektive bei bing.com aufgeregt hat, damit kann man nämlich wirklich hinter den Gartenzaun gucken. Wahrscheinlich liegt es nur daran, dass das von Microsoft und nicht von google kommt.

  38. Es ist einfach spannend in diesem Land, wie selbstverständlich es doch ist, dass kommerzielle Unternehmen Daten sammeln und von wem alles die Rechtfertigung eingefordert wird, dass man es nicht möchte.
    Ich sehe keinen Grund dafür mich zu rechtfertigen, dass ich es nicht möchte.
    Erschreckend nur, das Geschrei wenn der Staat auf den Bahnhofsvorplatz eine Kamera hängt, an der man anonym vorbei läuft. Was wird den Polizisten nicht alles unterstellt, was sie mit diesen „Daten“ machen könnten.

  39. Der Widerspruch ist automatisiert. Bereits wenige Sekunden nach Absendung erhält man automatisch Antwort von Google.
    Insofern ist der Aufwand einen Widerspruchtext abzufassen umsonst. Die Sammeln lediglich die E-Mail-Adressen an die sie nach eigener Aussage später Informationen schicken, wie man das Bild unkenntlich machen kann oder entfernen kann.
    Eine leere E-Mail würde es in dem Sinne auch tun.

  40. Es wird ge-twitter-t, ge-blog-t und vieles mehr. Facebook ermöglicht einen Einblick in ein Menschenleben bis in die dritte Generation. Urlaubsorte werden per Google erkundet, Dinge über Personen recherchiert. Bilder über einen selber, wahrlich keine vorteilhaften (Party etc.), für jeden zugänglich ins Netz gestellt. Man könnte endlos weitermachen mit dieser Aufzählung.
    Da erscheint es sehr paradox das sich viele weigern ihr Haus, Mietwohnung (!) ins Netz stellen zu lassen. Ist hier der letzte Punkt des Privaten erreicht den man dann doch schützen will ? Meiner Meinung ist fast jeder Beitrag in verschieden Blogs o.ä. Seiten mehr öffentlich als jedes schlecht gemachte Bild einens Hauses.

  41. Den vielen, die sich einen Missbrauch der Bilder nicht vorstellen können gebe ich ein Beispiel:

    Das Kind einer sozial schwachen Familie, das in einem sozialen Brennpunkt mit entsprechender Infrastruktur aufwächst sucht eine Lehrstelle. Der Personalchef hat künftig eine zusätzliche Information mit der er zwischen Bewerbern mit ähnlicher Qualifikation wählen kann.
    Dabei nützt es dann auch nicht, wenn die Wohnung oder gar das ganze Haus unkenntlich gemacht wird, da die Nachbarschaft bereits eine Informationsquelle für die Personalentscheidung sein kann.

    Wollen wir wirklich ein Welt, in der soziale Entwicklungsmöglichkeiten bereits durch die Herkunft vorbestimmt sind?
    Es geht um Chancengleichheit.

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