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News zum Datenschutz (6/2008)

Gesammelte News zum Datenschutz – u.a. mit der Telekom, die schön zeigt wozu man Daten wie sie im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung gespeichert werden nutzen kann.

Massive neue Vorwürfe belasten Telekom

Nach Informationen des SPIEGEL hat die Telekom sogar Bewegungsprofile von Mobiltelefonen einiger Journalisten und Aufsichtsräte angefordert. Anhand von Zelldaten der Mobilfunktochter T-Mobile sollten die Späher des Konzerns überprüfen, ob sich die Reporter mit einem Informanten aus der Konzernspitze trafen. Die Staatsanwaltschaft Bonn geht diesem Verdacht im Rahmen ihrer umfangreichen Ermittlungen nach, bei denen heute die Konzernzentrale, mehrere Privathäuser und auch das Büro des jetzigen Vorstandschefs René Obermann durchsucht wurden. (Quelle: SPON)

Kriminalbeamte fordern zentrale Datenbank für Verbindungsdaten

Vor dem Hintergrund der Bespitzelungen bei der Deutschen Telekom hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) gefordert, die Verbindungsdaten sämtlicher Telefonkunden in einer zentralen Datenbank zu speichern. Diese Datenbank sollte dann unter der Aufsicht des Datenschutzbauftragten stehen. „Die Telekom-Affäre ist eine Riesenchance für den Datenschutz, die wir nutzen müssen. Es ist doch offensichtlich, dass sensible Kundendaten bei privaten Unternehmen mehr als schlecht aufgehoben sind“, sagte BDK-Vorsitzender Klaus Jansen der Neuen Osnabrücker Zeitung. (Quelle: Heise)

Datenschützer fordert „Datennotar“ zum Schutz von Telefon-Verbindungsdaten

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat sich vor dem Hintergrund der Telekom-Bespitzelungsaffäre für einen „Datennotar“ ausgesprochen, der die Nutzung von Verbindungsdaten durch Unternehmen und Strafverfolger kontrolliert. „Um Missbrauch vorzubeugen, könnten die bei den Unternehmen anfallenden Verbindungsdaten dort verschlüsselt werden. Der Schlüssel zur Freigabe ließe sich bei einer unabhängigen Treuhänderstelle, einer Art Datennotar, hinterlegen“, sagte Schaar der Neuen Osnabrücker Zeitung.
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Die Idee einer zentralen Datei für Verbindungsdaten unter seiner Aufsicht hält Schaar laut dpa hingegen für „völlig unrealistisch“: Die so zu speichernde Datenmenge wäre wesentlicher größer als bei der derzeitigen getrennten Erfassung in den Unternehmen. Kontraproduktiv sei der Vorschlag auch deshalb, weil die Unabhängigkeit seiner Behörde „ganz gravierend beeinträchtigt werden würde“. Der Datenschutzbeauftragte habe private und staatliche Datensammler zu beaufsichtigen, er sei nicht selbst Datensammelbehörde. (Quelle: Heise)

Experte: Online-Razzien nur „Fußnote“ bei der Terrorbekämpfung

Der Islam- und Terrorismusforscher Guido Steinberg hat heimliche Online-Durchsuchungen als reine Nebensächlichkeit bei der Prävention von Anschlägen bezeichnet. Online-Razzien seien „eine Fußnote“ im Kampf gegen den Terror, sagte der ehemalige Mitarbeiter des Bundeskanzleramts auf der Konferenz „Sicherheit mit Augenmaß“ (PDF-Datei) am heutigen Mittwoch bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin. Es könnte zwar hilfreich sein, bei Organisationen, die sich stark auf die Kommunikation per Computer stützen, auch unter bestimmten Einschränkungen in die Rechner „reinzuschauen“. Entscheidender sei aber, den Einsatz menschlicher Quellen zu verstärken und sich so radikalisierenden Gruppen direkt zu nähern. (Quelle: Heise)

Datenschützer sehen schwindendes Rechtsbewusstsein

Angesichts des Datenmissbrauchs bei der Deutschen Telekom hat der Verein FoeBuD einen „Neustart“ für den Datenschutz gefordert. „Das heißt, alles was bisher gesammelt wurde, muss gelöscht werden. Und Datenbanken dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung wieder aufgebaut werden“, sagte Vorstandsmitglied Rena Tangens der Frankfurter Rundschau. „Wir sollten uns ganz grundsätzlich klar machen: Sobald Datensammlungen da sind, ist auch immer das Potenzial gegeben, dass diese Daten missbraucht werden“, betonte die Datenschützerin. Das liege an einem schwindenden Rechtsbewusstsein bei den Unternehmen. (Quelle: Heise)

Daten von tausenden Studenten der Uni Magdeburg im Netz

Die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg hatte eine böse Datenpanne: Daten von rund 44.000 Studenten der Universität waren im Netz frei zugänglich. Inzwischen seien sie wieder entfernt worden, meldete jetzt die Universität. […] Die Untersuchung des Vorfalls hat ergeben, dass ein Verwaltungsangestellter offenbar an einem Wochenende zu Hause arbeiten wollte und dafür die Daten, eine Access-Datenbank unter anderem mit Namen, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer, Herkunft sowie Angaben zum Studium wie Matrikelnummer, auf einen öffentlich zugreifbaren Server abgelegt hat; dadurch waren sie etwa mit Suchmaschinen auffindbar. Er habe anschließend vergessen, die Daten wieder zu löschen. Die Datenbank lag vom 9. bis zum 19. Mai offen und ungeschützt im Netz. (Quelle: Heise)

Kundenkarten: Bundesinnenministerium prüft datenschutzrechtliche Regelungen

Zu kritischen Pressepublikationen über Kundenkartenprogramme erklärt der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern Dr. Hans Bernhard Beus:

„Im Zusammenhang mit Kundenkartenprogrammen werden in erheblichem Umfang personenbezogene Daten der Kunden erhoben und verarbeitet, wobei die anfallenden Daten von den Systembetreibern nicht nur zur Durchführung des Rabattprogramms, sondern gleichzeitig auch zu Zwecken der Werbung und Marktforschung genutzt werden. Kundenkartenprogramme sind deshalb wiederholt in die Kritik von Daten- und Verbraucherschützern geraten und in jüngster Zeit auch in der Presse kontrovers diskutiert worden.

Vor diesem Hintergrund prüft das Bundesministerium des Innern bereits die datenschutzrechtlichen Aspekte von Kundenkartenprogrammen. Dabei soll festgestellt werden, ob die gegenwärtigen gesetzlichen Instrumentarien ausreichen, um die Verbraucher vor Datenschutzverstößen, insbesondere einer ungewollten Verwendung ihrer personenbezogenen Daten zu Zwecken der Werbung und Marktforschung zu schützen. Die Prüfung wird noch dieses Jahr abgeschlossen und in einem entsprechenden Bericht zusammengefasst.“ (Quelle: PM des BMI)

Metro eröffnet „Future Store“: Bedenken wegen RFID-Einsatz und Fingerabdrücken

In Tönisvorst in der Nähe von Krefeld hat der Handelskonzern Metro einen weiteren „Future Store“, der die Zukunft des Einzelhandels vorführen soll, eröffnet. In dem Konzept des Marktes spielen RFID zur Warenkontrolle und Fingerabdrücke zum Zahlen eine wichtige Rolle. Dies berichten mehrere Quellen.

RFID-Chips, die berührungslos per Funk ausgelesen werden können, sollen eine bessere Kontrolle der Waren ermöglichen. So sollen abgelaufene Waren schneller gefunden werden können und der Nachschub besser organisiert werden. Hinter dem Kassenbereich befinden sich RDIF-Deaktivatoren, die die Chips zerstören sollen. Bezahlt werden kann per Fingerabdruck. Hierfür muss man sich zunächst anmelden, wobei auch eine Einwilligung zu einer Bonitätsabfrage notwendig ist. (Quelle: Datenschutzbüro)

Studie zur Verschlüsselung von Unternehmensdaten in Deutschland

Die Marktforscher von „The Ponemon Institute“ haben die Ergebnisse der zum zweiten Mal durchgeführten Studie „German Enterprise Encryption Trends 2008“ veröffentlicht. In der Befragung wurden die Entwicklungen beim Unternehmenseinsatz von Verschlüsselungslösungen, Planungsstrategien, Budgetierung sowie Bereitstellungsmethoden fokussiert.

Im Ergebnis zeichnet sich der Trend zum Einsatz strategischer Verschlüsselungsplattformen ab, die das zentrale Management und die Verteilung von Verschlüsselungsanwendungen sowie eine konsistente Durchsetzung von Sicherheitsregeln gewährleisten. Für den Großteil der befragten IT-Sicherheitsverantwortlichen ist dieser strategische Ansatz die beste Methode, um den arbeitsintensiven und nicht durchgängigen Schutz sensibler Unternehmensdaten mit einzelnen, unabhängig voneinander eingesetzten Verschlüsselungsapplikationen zu ersetzen und so das Risiko eines möglichen Datenverlustes oder -missbrauchs zu minimieren. (Quelle: ComplianceMagazin.de)

Datenschützer streiten um Meldepflicht für Datenpannen

Erst die spektakulären Datenverlust-Skandale in Großbritannien bei Behörden und Banken, dann die Debatte um die rund 500 verlorene Rechner der Bundesregierung und nun die Spitzelaffäre bei der deutschen Telekom. Angesichts all dieser Vorfälle wird die Forderungen nach einer Meldepflicht für Datenverluste laut. Allerdings mahnen einige Experten auch vor einer Überregulierung, die den Unternehmen schade. Für Behörden gilt eine solche Meldepflicht aber als unisono sinnvoll. (Quelle: Computerzeitung)

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