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Liebe Eltern: Vorsicht – denkt an euer Kind

Frische Eltern werden häufig mit Werbegeschenken überhäuft – schon im Krankenhaus. Die Produkthersteller lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit zahlreichen und teilweise sehr nützlichen Proben auf ihre Produkte hinzuweisen. Dagegen ist auch sicherlich nichts einzuwenden.

Ich möchte aber vor der Teilnahme an „Programmen“ warnen, bei denen zielgerichtet nach Daten der Kinder gefragt wird: Da gibt es dann Postkarten die man einschickt, auf denen man seine Daten einträgt, aber eben auch die des Neugeborenen. Über das Geburtsdatum und den Namen bis hin zum Geschlecht wird hier alles abgefragt.

Ein besonders dreistes Exemplar liegt mir zur Zeit vor, bei dem der Abschnitt mit den Daten des Neugeborenen sogar farblich hervorgehoben und mit einem dicken Ausrufezeichen versehen ist. So groß die Verlockung auch ist: Man sollte sich sehr gut überlegen ob man seine Daten und die seines Kindes angibt.

Ganz ehrlich: Das ist keine künstliche Aufregung, sondern ein ernstgemeinter Hinweis. Leichter kann man als Elternteil seinem Kind, quasi direkt nach der Geburt, den Einstieg in „das System“ nicht machen.

4 Gedanken zu „Liebe Eltern: Vorsicht – denkt an euer Kind“

  1. …ich frage mich nur, woher die Firmen den Namen der Kinder haben, schon kurz nach der Geburt. Spielen da die Krankenhäuser eine Rolle?

    Ich werde wohl mal meinen Auskunftsanspruch geltend machen und mal sehen, was zurück kommt…

    1. Nein, falsch verstanden: Die Firmen haben die Daten nicht, sondern fragen danach. Die Bögen wurden bei uns schon im Krankenhaus verteilt, also direkt an der Quelle. Dieser Artikel ist daher kein „Anprangern“ sondern ein Appell an die Eltern, nachzudenken was sie angeben bei solchen Fragen.

  2. Ich vermute stark, dass der Datenerwerb, hierbei ein wenig im Hintergund steht, schließlich sind Neugeborene weit von der Geschäftsfähigkeit entfernt.

    Vielmehr ist es so, dass die Werbenden eine enge Kundenbindung intendieren. Es gibt hierbei zwei relevante Aspekte. Um Menschen zu überzeugen gibt es sechs Waffen der Einflußnahme, 2 sind hier relevant.

    1. Commitment: Es ist immer von Vorteil, wenn Menschen etwas ausfüllen, weil sie somit generell die Bereitschaft zeigen, Kunde oder Partner zu werden. Und später einen Drang zur Konsistenz verspüren. Beispielsweise treten weniger Kunden vom Kauf einer Versicherung zurück, wenn sie den Vertrag selbst ausfüllen und nicht nur einfach unterschreiben.

    Das zweite Prinzip, was sich die Werbenden zu Nutze machen, ist das der Reziprozität. Wenn die Daten weggeben wurden, erhalten die Kunden Proben, diese werden als Gefälligkeiten betrachtet. Da wir solche Regeln wie „Eine Hand wäscht die andere“ bis zum erbrechen internalisiert haben, steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass später auch das Produkt gekauft wird.

    Man sollte sich als „Kunde“ also stets vor Augen führen, dass solcherlei Maßnahmen, nie im Interesse des Kunden sind, sondern in dem des Verkäufers, dann fällt es leichter vermeintlichen Verlockungen zu widerstehen.

    Sofern man sich einen leereren Briefkasten wünscht, der nicht ständig und stetig durch Papier-Spam überquillt, ist man generell gut beraten, von solchen Aktionen Abstand zu nehmen.

    Ich solche Marketingmechanismen ziemlich dreist, aber leider scheint sowas an der Tagesordnung zu sein.

  3. Ich hab die manchmal ganz brauchbaren ‚Geschenke‘ trotzdem abgegriffen – aber die eingetragenen Daten haben halt nicht gestimmt: mal ein Buchstabe zu viel, mal eine Nummer falsch etc. pp. Auch eine Möglichkeit …

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