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Lidl führte geheime Krankenakten über Mitarbeiter?

Kurzmeldung via SPON:

Es war ein zufälliger Fund, doch er hat es in sich: In einem Mülleimer einer Autowaschanlage in Bochum wurden Hunderte von internen Unterlagen des Lebensmitteldiscounters Lidl entdeckt. Sie zeigen: Das Unternehmen hat die Krankheiten seiner Mitarbeiter systematisch protokolliert und festgehalten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE setzte Lidl offenbar bundesweit Formulare ein, in denen der „Grund der Krankheit“ von Mitarbeitern eingetragen werden sollte.

So steht dort über eine Mitarbeiterin, die im Juni vergangenen Jahres krank geschrieben war: „Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert“. Über eine andere Mitarbeiterin, die ebenfalls im Juni krank gemeldet war, findet sich als Grund nur „Psychologe“ und unter anderem die Anmerkung „Kündigung zum 31.7.08“. […] Am spektakulärsten aber sind die Namenslisten aus einzelnen Filialen, in denen die Krankheiten der Mitarbeiter säuberlich notiert sind. Von Grippe, Rückenleiden und Bluthochdruck bis zu Klinikaufenthalten, künstlichen Befruchtungen und privaten Problemen.

Anmerkung: Schlimm ist das sicherlich. Interessant, dass aber nicht thematisiert wird, dass diese Daten auch noch über eine Mülltonne ungeshreddert entsorgt wurden. Für diesen Lapsus muss man zwar sicherlich schon fast dankbar sein – da es sonst nicht aufgefallen wäre – dennoch wieder ein Hinweis, Daten vernünftig zu entsorgen.

2 Gedanken zu „Lidl führte geheime Krankenakten über Mitarbeiter?“

  1. Naja, die Tatsache, daß hier unfassbar sorglos mit den Daten/Akten umgegangen wurde, wird durchaus im dritten Absatz thematisiert, allerdings könnte das natürlich auch deutlicher sein.

    Ansonsten trifft es der Begriff „System“ im Artikel durchaus. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom einer generellen Einstellung.

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