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Google Chrome ist nicht Chromium

Ich hatte wohl doch Recht: Google Chrome ist nicht Chromium. In einem aktuellen Blog-Eintrag der Entwickler wird dargelegt, wann der Browser „nach Hause telefoniert“. Die Liste ist lobenswert ehrlich und ich möchte sie nicht kritisieren – Transparenz war ja, was ich angemehnt hatte.

Interessant ist aber dann, dass es u.a. folgenden Abschnitt gibt:

Communications between Google Chrome (but not Chromium) and service providers

Sinn macht der nur, wenn Chrome und Chromium nicht das gleiche sind. Und eben nicht nur im Sinne des üblichen Unterschieds zwischen Sourcecode und Binary.

8 Gedanken zu „Google Chrome ist nicht Chromium“

  1. Hallo Jens,

    so sehr ich auch Dein Engagement im Bereich des Datenschutzes schätze, so habe ich doch den Eindruck, dass Du bei Chrome aus den Augen verlierst, worum es überhaupt geht. Ohne einen vorsichtig gewichtenden Blick auf die Gesamtkonzeption ist dieses einseitige Herumhacken auf Datenschutzaspekten des Vorstoßes von Google in den Browsermarkt wenig hilfreich.

    Das fundamentale Missverständnis dieses ganzen Chrome-Hypes ist in meinen Augen die Annahme, Google habe seinen Browser und das dazugehörende Open-Source-Projekt Chromium nur deswegen geschaffen, um einen neuen Wettbewerber auf den Markt zu werfen. Das ist einfach Unsinn, wenn man diesen Gedanken einmal zu Ende denkt, was ich damals zu Beginn des Hypes in einem Blogeintrag http://syngit.blogspot.com/2008/09/alles-chrome-was-blitzt-haben-sie-heute.html getan habe. Es geht hier schlicht um Marketing; Browser sind für Global Player wie Microsoft, Google und Apple nicht mehr als Marketingprodukte. An dem Engagement für diese Produkte erkennt man sehr gut, wie wichtig die Marketingaktion für diese Unternehmen sind. Nicht vergessen: Solche Projekte werden Jahre vor der Produktveröffentlichung angeworfen und sind stets im Rahmen der Geschäftsstrategie zu beurteilen.

    Microsoft hat zum Beispiel jahrelang die Entwicklung des Internet Explorers schleifen lassen; erst als Office Live auf dem Plan stand, wurde die Entwicklung reanimiert, da Microsoft im Onlinebereich einen starken Nachholbedarf hat und seine Onlinekompetenz zu betonen suchte.

    Unternehmen wie Apple und Google geht es mehr um den Paukenschlageffekt. Beide haben der Surfergemeinde mehr als schludrige Browserentwürfe vorgeworfen, die nur ganz bestimmte Aspekte unterstützenswerter Produktsparten der Unternehmen betonen. Bei Apples Safari wird dem unbedarften Windowsianer vermittelt: „Wow, ist der aber elegant, benutzerfreundlich, richtig appleig im Design, und so multimediatauglich. So, so…. Und bei Google: „Hoppla, eine cloudige Sache. Ähm, was ist eigentlich Cloud Computing, wovon da alle reden? Tjaja,….

    Um es auf den Punkt zu bringen: Apple und Google sind nicht blöd. Wenn sie wirklich daran interessiert gewesen wären, vollwertige Browser abzuliefern, dann hätten sie das auch getan. Sie haben das Budget und das Know-How dafür, – aber es hat sie nicht im geringsten interessiert. Sie überlassen die Schwerstarbeit der ständigen Aktualisierung anderen: Microsoft und Mozilla. Das ist der eigentliche Grund, warum sowohl für Apple als auch für Google die Weiterentwicklung des Browsers – einmal nett ausgedrückt – nicht unbedingt oberste Priorität hat. Während sich Microsoft und Mozilla abmühen, schieben Apple und Google eine ruhige Kugel. Für Google ist Chromium ein Diskussionspapier, Chrome ein Umsetzungsbeispiel, das sich ganz überwiegend auf die Umsetzung der für Googles Geschäftsstrategie relevanten Aspekte konzentriert.

    Wer heute mit Chrome oder Safari surft, dem ist nicht zu helfen. Aber es wird nicht lange dauern, dann wird die demonstrativ lustlose Weiterentwicklung der Windows-Browser Apples und Googles deren Browser-Marktanteile dahin verweisen, wo sie hingehören: Bestenfalls in den Promillebereich.

    Deswegen: Wenn es um Datenschutz geht, ist nicht Chrome das Problem, sondern die damit propagierte Technologie. Chrome ist als Browser irrelevant. Jede Analyse unter Datenschutzaspekten des Browsers per se ist Zeitverschwendung. Interessieren sollte vielmehr das Zusammenspiel von Browser und Webapplikation, aber vom Standpunkt der Webapplikation aus! Also: Man habe eine Applikation, und jetzt muss systematisch beim IE und Firefox die Umsetzung dieser Technologie auf Schwachstellen abgeklopft werden. Gerade, wenn es um das Unterstützen von Geschäftsprozessen geht, ist das unumgänglich. Alles andere ist wohlfeiles l’art-pour-l’art-Geplänkel.

    Dass Browser Daten sammeln, sogar sammeln MÜSSEN, ist klar. Mozilla – in Datenschutzfragen nun wirklich unverdächtig – bringt es in seiner Datenschutzrichtline für Firefox auf den Punkt: Es geht um notwendiges Benutzerfeedback für die Weiterentwicklung. Um es klar zu sagen: Würde man nur bewusst vom Benutzer gesendete Daten sammeln, würde die Browserentwicklung erheblich erschwert und auf tönernen Füßen stehen, da sich vieles bei der Browserbenutzung im UNBEWUSSTEN abspielt. Das ist nämlich das zentrale Datenschutzdilemma für Browser.

    Grüße,
    Hartmut.

  2. Ich halte das für falsch, was Hartmut schreibt. Chrome ist ein vollwertiger Browser, der alles bietet, was Firefox auch bietet. Die Weiterentwicklung auf die neue Version 8 hat viele Vorteile gebracht und im Gegensatz zu Schwergewichten wie Firefox oder IE ist er extrem schnell. Selbst Opera kommt nicht an ihn ran.

    Auch seine Prognose ist faktisch falsch. Googles Chrome ist im Jahr 2010 mit 3,2 Prozent vom Marktanteil gestartet und hat mit 7,1 abgeschlossen – ein Plus von über 100%, Tendenz steigend.

    Über Google kann man sicherlich viel berichten, vielleicht auch viel negatives, aber dabei sollte man bedenken, dass Google mit seinen Apps und Diensten bisher immer am innovativsten ist: GMail, Blogger, Android, Goggles, Google Maps, und nicht zuletzt auch die Suche, die wahrscheinlich Milliarden Menschen hundertfach am Tag nutzen.

  3. @Marco D:

    Nochmal egal ob Chrome nun schneller , schöner, besser ist oder nicht – darum geht es gar nicht. Die Strategie und die Technologie dahinter sollte dir Sorgen bereiten!!!!! Mann! wie ignorant und dumm sind doch manche!

  4. @Peter

    Man sollte sich eher fragen, wie paranoid und verbohrt manche sind. Auf welche Fakten stützt du denn deine Aussage?

    Der Beitrag von Hartmut zumindest ist schon längst nicht mehr aktuell. Oder würdest du Chromes Marktanteil im Promille-Bereich suchen?

    Ich bin auch kein großer Fan von Google oder Chrome, aber das ist doch einfach nur haltloses „Oh, das ist von Google, ist bestimmt böse und sammelt Daten“-Gefasel… Das mag vielleicht früher mal gestimmt haben, aber inzwischen hat sich schon einiges getan.

  5. 😀 ich wage zu bezweifeln, dass es sich bei „Hartmut Schäfer“ und „Peter“ um zwei Personen handelt.

    Und zu Hartmuts Aussagen kann man größtenteils bis auf den letzten Absatz nur sagen: Leider Humbug 😉
    Jedoch ist auch bei der im letzten Absatz angesprochenen Thematik generell zu unterscheiden, wofür die Daten gesammelt werden …

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