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Drucker-Markierungen

Es gibt Dinge, die sind einfach zu unbekannt – z.B. dass unsere Drucker gerne festhalten, dass sie die Urheber mancher Werke sind. Das Bedürfnis ist alt, so hat die Forensik schon vor Jahrzenten angefangen, aufgrund des typsichen Schriftbildes ein Schreiben einer bestimmten Schreibmaschinenserie und sogar ganz bestimmten Schreibmaschinen zuzuordnen. Das mag sicherlich notwendig sein, kritisch wird es nur, wenn – wie geschehen – die Industrie hilft, indem viele Drucker ihre interne Seriennummer in Ausdrucken verstecken.

Nur wenigen ist bekannt, dass viele Drucker in ihren Ausdrucken so genannten „Tracking Dots“ verstecken. Das sind verschwindet kleine Punkte, gerne auch in Farbe, die ein Muster erzeugen, aus dem sich Druckertyp und Seriennummer des Druckers ablesen lassen. So ist es bei manchen Ausdrucken möglich, genau zu sagen, von welchem Drucker sie stammen und bei einem Verdachtsmoment die Seriennummern abzugleichen. Informationen dazu findet man auf diesen Webseiten:

Das Ganze wird jedenfalls dann zum Problem, wenn mit einem Drucker etwas illegales gemacht wird – etwa ein Drohbrief oder Erpresserschreiben ausgedruckt und genutzt wird – der Drucker aber einer Person zugeordnet wird, die damit gar nichts mehr zu tun hat. Das geschieht schnell, zB wenn man den Drucker in Betrieb hatte, sich beim Hersteller mit der Seriennummer registriert hat oder den Drucker mal zur Reparatur eingeschickt hat. Später dann, wenn der Drucker verkauft wurde, und – wie so oft bei Privat zu Privat – kein Beleg (mehr) existiert, steht man dumm da wenn dann die Spur zu einem zeigt.

Die rechtliche Lage ist fraglich, wie nun auch Golem berichtet:

Die Markierungen in Ausdrucken aus Farblaserdruckern und Farbkopierern sind nur bedingt mit europäischem Recht vereinbar. Das hat Franco Frattini, EU-Innen- und Justizkommissar, klargestellt. Frattini hatte auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Satu Hassi aus Finnland geantwortet.

Die kaum sichtbaren (gelben) Punkte, die Farblaserdrucker und Farbkopierer in Dokumenten hinterlassen, enthielten "nicht notwendigerweise" Daten, mit denen Einzelpersonen identifizierbar seien, schreibt Fattini. "In dem Maße, in dem Einzelpersonen durch Ausdrucke oder Fotokopien, die mit bestimmten Geräten angefertigt wurden, identifiziert werden können, führt eine solche Entwicklung zur Verletzung grundlegender Menschenrechte, und zwar der Rechte auf Privatsphäre und auf Privatleben. Es könnte auch das Recht auf den Schutz persönlicher Daten verletzen."

Das Mindeste ist und bleibt, dass Druckerhersteller entsprechende Geräte markieren sollten, so dass man als Verbraucher weiss worauf man sich einlässt.

2 Gedanken zu „Drucker-Markierungen“

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