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Die Bedeutung von DNA-Spuren

Das „Phantom“, so wurde die Mörderin einer Polizisten in Heilbronn genannt. Hintergrund: Man hatte an verschiedenen Stellen DNA-Spuren gefunden, aber die Spuren nie einer Person zuordnen können. Der Stern deckt nunauf:

Mindestens 40 DNA-Spuren deuten quer durch halb Europa auf ein weibliches „Phantom“, das die Polizei seit Jahren in Atem hält. Doch nach stern.de-Informationen stammt die DNA wohl eher von den Wattestäbchen, mit denen die Polizei Spuren sichert, und die schon bei der Herstellung verunreinigt wurden. Die Behörden bestätigten den Verdacht.

Sprich: Da hat wohl in der Firma die die Stäbchen herstellt jemand ohne Handschuhe ein paar genommen und weggepackt. Und flugs sind die Spuren am Tatort.

Man kann sich nun darüber aufregen. Auch mit Recht. Ich spare mir das heute und nutze den Artikel um nochmals anzumahnen: Das blinde Vertrauen in „DNA-Spuren“ ist schnell wertlos. Täter können problemlos Spuren Dritter an Tatorten hinterlassen. Selbst Knochenmarktransplantationen können problemlos für DNA-Spuren sorgen, die mit dem Täter nichts zu tun haben.

Ich sage es nochmals deutlich: Wir möchten nicht in einer Gesellschaft leben, in der wir jederzeit erklären können müssen, warum eine Hautschuppe von uns dort lag, wo sie gefunden wurde. Die moderne Kriminalistik hat ein wenig was von Wahlautomaten – sie kann vieles einfacher machen. Mit blindem Vertrauen, ohne Transparenz und Kontrolle, zerstört man aber genau das, was man gerade stärken will. Gefragt sind nicht nur die Ermittlungsbehörden, sondern auch der Bürger, der ebenfalls kritisch sein muss.

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