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Datenschützer legen das Ausmaß offen

Nach der Ausweitung des Skandals rund um die illegalen Daten bei Call-Centern (dazu gestern) gibt es jetzt was neues:

Als Beleg für „illegalen Datenhandel in ungeheurem Ausmaß“ hat die Verbraucherzentrale in einem Scheingeschäft persönliche Daten von sechs Millionen Bundesbürgern gekauft, darunter vier Millionen mit Kontodaten. Man habe diese Daten für 850 Euro innerhalb von zwei Tagen erworben, sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. Viele Daten stammten aus dem Bereich der Süddeutschen und der Nordwestdeutschen Klassenlotterie, aus Handyverträgen und karitativen Spendensammlern. Die Daten sollen jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben werden. (Quelle: Tagesschau)

Nun werden die erfahren und abgebrühten Datenschützer (mit Recht) erklären, dass dieser Erwerb nichts besonderes ist. Dennoch ist positiv festzuhalten, welches Medienecho momentan hervorgerufen wird. Für diejenigen die seit langem die (bekannten) Mißsstände anprangern mag es nicht nachvollziehbar sein, warum erst jetzt – trotzdem ein gutes Signal.
Zumal es meistens die ständigen pressemeldungen sind, die erst politische Entscheidungen nach sich ziehen. Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht doch noch etwas geschieht um den – im Zeitalter der Massenmedien nicht mehr zeitgemäßen – ausdrücklich erlaubten Adresshandel endlich dahin zu legen wohin er gehört: In die Mülltonne. Die Erlaubnisregelungen der §§28, 29 BDSG gehören endlich abgeschafft und durch Einwilligungs-Klauseln ersetzt.

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