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Datenschutz beim Petitionssystem des Bundestages

Ich hatte darüber berichtet, dass das Petitionssystem des Bundestages umgestellt wurde. Inzwischen trudeln hier zunehmend Beschwerden ein, denn wenn man dort eine Petition unterzeichnet, gibt es interessante Vorraussetzungen:

  1. Eine Registrierung, bei der die vollständigen Daten angegeben werden müssen.
  2. Die Bedingungen stehen nur als PDF-Datei zur Verfügung – liest wahrscheinlich keiner.
  3. Wer eine Petition mitzeichnet, muss damit leben, dass sein vollständiger Name genannt wird und für jeden einsehbar ist. In den Regeln ist das unter Punkt 7 benannt.
  4. Punkt 9.3 der Regeln ist interessant: “ Während der Mitzeichnungsfrist können die Mitzeichnungsliste oder das Diskussionsforum vorzeitig geschlossen werden, wenn eine sachliche Diskussion nicht mehr gewährleistet ist oder Löschungen von Beiträgen wegen Regelverstoßes in beachtlichem Umfange notwendig werden.“.
    Sprich: Wenn die Demokratie zu viel Arbeit erfordert, wird der Prozess beendet.

Speziell Punkt 3 stösst bei vielen Nutzern auf wenig Gegenliebe. Auch ist mir schleierhaft, was es die Allgemeinheit zu Interessieren hat, was man unterzeichnet – zumal im Forum keine Identitätsprüfung stattfindet und problemlos jederzeit unter fremden Namen Petitionen unterzeichnet werden können.

2 Gedanken zu „Datenschutz beim Petitionssystem des Bundestages“

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Eigentlich sollte das Petitionssystem den demokratischen Prozess fördern. Mit der Publikation der Namen steht es aber im Grunde jedem offen, anhand eines Namens, ein politisches Profil anhand der Mitzeichnungslisten zu erstellen. Die Mitzeichnung einer Arbeitgeberunfreundlichen Petition kann dann irgendwann bei der Jobsuche mal böse Folgen haben. Ich gehe fest davon aus, dass auch Personalabteilungen inzwischen mit Suchmaschinen umzugehen wissen. So werden alle Datensparsamen quasi automatisch ausgeschlossen.

    Punkt 1. und 4. sind mir im übrigens tatsächlich nicht aufgefallen.

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