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Neues Problem: Adress-Suchmaschinen die ohne Einwilligung und Kenntnis Daten erheben (Update)

Es gibt einen neuen und interessanten Problemkreis: Mit webadress.de gibt es eine Suchmaschine (hinter der die t-info GmbH steht), die scheinbar wie eine normale Suchmaschine arbeitet: Mit einem Spider. Allerdings macht die Suchmaschine etwas neues: Sie durchsucht Webseiten nach Telefonnummern und Adressen um diese dann anzuzeigen. Wer dort nach „Jens Ferner“ sucht, findet z.B. meine Postfach-Anschrift und meine private Webseite. Eingewilligt habe ich in diese Erfassung genauso wenig wie ich von der Speicherung in Kenntnis gesetzt wurde – andererseits ist die Erfassung von Webseiten übliches Tagesgeschäft und man den Crawler auch (angeblich) sauber aussperren.

Ich persönlich habe Bauchschmerzen bei der Geschichte, da hier nicht Content im Vordergrund steht, sondern ganz klar die Personen und ihre Anschriften. Auch wird es als „Gewerbliche Suchmaschine“ beworben, ich selbst bin aber nur als Privatperson im Internet unterwegs. Auch wünschte ich mir zumindest eine Benachrichtigung entsprechend §33 BDSG, die ja – angesichts der Tatsache dass Mail-Adressen erfasst werden- recht einfach zu handhaben wäre.

Um eine erste Einschätzung zu erhalten, habe ich den Hessischen Datenschutzbeauftragten einmal angeschrieben und um eine Bewertung gebeten.

Update: Wie ich inzwischen weiß, ist das Regierungspräsidium Darmstadt sachlich zuständig. Dort wird die Sache zur Zeit bearbeitet, ein Aktenzeichen wurde mir mitgeteilt. Sobald mir etwas vorliegt wird es einen Artikel geben. Die robots.txt auf meiner Seite habe ich bearbeitet, weiterhin werden meine Daten dort aber geführt.

Update2: Ein Mitarbeiter des RP hat sich bei mir gemeldet und bekundet, dass er Interesse an dem Fall hat. Rechtlich ist es nach bisheriger Sicht von mir ebenso kompliziert wie Interessant, da die Ausnahmen des §33 BDSG geradezu zum streiten einladen, speziell die Nummer 8, bei der ich zur Zeit sehr restriktiv auslege.

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Google – der heimliche Netzspion?

Am 24.2.2008 lief im Magazin „titel thesen temperamente“ ein beitrag zu Google und welche Gefahr dahinter stehen kann. Den Beitrag gibt es jetzt immerhin zum nachlesen auf der ARD-Webseite, zu finden hier. Das Ganze ist schön aufbereitet, leider habe ich den Beitrag selbst noch nirgendwo gefunden, ich reiche den Link nach sobald etwas dazu online zu finden ist.

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Kundenkonten in Online-Shops als Risiko begreifen

Anbieter genauso wie Kunden müssen lernen, dass ein so genannten Kundenkonto, das man heute allzu leichtfertig in Online-Shops anlegt, Risiken für alle Beteiligten bergen. Ein kurzer Artikel der aufklären soll.

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Analysetools an den Kragen

Ein kurzer Tipp, um selber seine Daten im Internet (etwa vor Analyse-Tools wie z.B. Google Analytics oder Werbeeinblendungen) zu schützen, auch wenn es nicht Aufgabe des Betroffenen ist, sich gegen illegale Datenerhebung zu wehren:

  1. Firefox installieren
  2. Die Erweiterung „No-Script“ installieren und nur noch ausgewählten Seiten ein JS erlauben
  3. Die Erweiterung „AdBlock Plus“ installieren
  4. Nun die „Tracking-Filterliste“ abonnieren (kostenlos!)
  5. Wahlweise eigene Filter anlegen (dazu unten)
  6. Mein Rat: Nutzen Sie FlashBlock – damit auch (unsichtbare!) Flash-Cookies nicht einfach gesetzt werden können

Mit diesen beiden Erweiterungen blockt man zwar keine Übermittlung, erhält aber Hinweise, ob jemand versucht zu übermitteln:

  • Die FF-Erweiterung zu Google Analytics zeigt an, welche Seite versucht an Google-Analytics zu übermitteln. Dazu wird ein nettes Icon genutzt, beschränkt sich aber nur auf Google-Analytics.
  • Umfassender ist die Erweiterung „Counterpixel“, die verschiedene Dienste erfasst und dabei besonders so genannte „Counterpixel“ (unsichtbare Bilder die von externen Servern geladen werden) erkennt.

Vielleicht, wenn irgendwann nur noch unbrauchbare Daten gesammelt werden, wird man anfangen sich wieder um das Vertrauen der Webseiten-Benutzer zu kümmern.

Eigene Filter anlegen: Eine Webseite aufrufen und auf den ABP Button klicken, dann „blockierbare Elemente“ auswählen. In der Liste das entsprechende mit einem Rechtsklick auswählen und „blockieren“ anklicken. Danach erscheint ein Fenster, hier nur den Teil stehen lassen, der auf jeder Seite gleich ist und alles andere (z.B. den Tracking-Code) durch ein * ersetzen. Fertig.

Mehr Tipps von mir zum sicheren Surfen mit dem FireFox gibt es einmal hier, und nochmal hier.

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Das Informationsfreiheitsgesetz (NRW) in der Praxis

Leider viel zu unbekannt ist die Tatsache, dass es Informationsfreiheitsgesetze gibt. Jedenfalls in NRW gibt es eines, sowie in 6 anderen Bundesländern. Leider noch nicht in allen, aber das kann noch werden – sofern die Bürger und Datenschutzbeauftragten danach verlangen. Ich möchte hier kurz was dazu schreiben mit Blick auf NRW.

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Datenspeicherung bei Kartenzahlung

Wer mit Maestro/EC-Karte im Handel bezahlt, sollte wissen, was da von ihm gespeichert wird. DIe weit verbreitete Ansicht, dass nur Zahlungsdaten für den aktuellen Vorgang übermittelt (und dann verworfen) werden, ist im Regelfall falsch. So speichert z.B. das verbreitete Verfahren „easycash“ einiges mehr als nur die aktuellen Zahlungsdaten zur aktuellen Transaktion. Wer in aktuelle Verträge hineinsieht, findet dort u.a. diesen Passus:

easycash speichert die im OLV® getätigten Transaktionen und Umsätze und gibt dem Unternehmen einen Hinweis, wenn mit einer Karte Lastschriften im Rahmen des OLV®-Verfahrens zum Einzug gegeben worden sind, die die von dem Unternehmen bzw. bei OLV®smart durch easycash festgelegten wöchentlichen oder monatlichen maximalen Beträge oder täglichen Transaktionszahlen überschreiten.

Das heisst: Es gibt scheinbar ein Maximum an Beträgen die wöchentlich/monatlich möglich sind. Ebenso gibt es ein Maximum an Transaktionen pro Tag. Wo die liegen ist mir nicht bekannt, gefunden habe ich es auf Anhieb auch nicht. Spannender ist erstmal die Tatsache, dass man um das nachvollziehen zu können, einen Monat lang speichern muss, welche Karte wie viel wann bezahlt hat. Eine solche Speicherung läuft im Hintergrund auch ab, so dass es sich nicht nur um einen datenschutzrechtlich interessanten, sondern auch bedeutsamen Vorgang handelt. Immerhin kann man, wenigstens für einen Monat, problemlos nachvollziehen, wer wo wann was mit Karte gezahlt hat. Wieder eine theorertische finanzielle Vorratsdatenspeicherung, die in der Bevölkerung nicht bekannt ist (Zu der Vielzahl von Vorratsdatenspeicherungen in Deutschland dieser Artikel).

Dessen ist man sich auch bewusst, wie das Vertragswerk weiter zeigt.

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Banken melden Auskunfteien bei Kreditberatung teilweise falsche Merkmale

Die Zeitung Finanztest kritisiert das Vorgehen verschiedener Banken bei der Kreditberatung. Testkunden hätten bei verschiedenen Kreditinstituten einen Kredit in Höhe von 5.000€ beantragt. Die Sachbearbeiter mehrerer Banken haben bei der dazu durchgeführten Schufa-Abfrage statt des Merkmals ‚Anfrage Kreditkonditionen‘ das Merkmal ‚Anfrage Kredit‘ als Grund für die Abfrage an die Schufa übermittelt. Während ersteres Merkmal nicht zu einer Verschlechterung des Schufa-Scores führt, verschlechtert sich der Schufa-Score der Betroffenen, wenn es nach einer ‚Kredit-Anfrage‘ nicht zu einem Abschluss des Kredits kommt.

Sachbearbeiter von immerhin zwei Banken, der norisbank und der GE Money Bank, holten ohne Einwilligung der Kunden Schufa-Auskünfte ein und handelten damit rechtswidrig.

Der Test von Finanztest stellt dabei nicht allen Banken ein schlechtes Zeugnis aus. Offenbar waren die Sachbearbeiter von Dresdner Bank, Hypovereinsbank und Berliner Volksbank gut sensibilisiert und geschult. Sie nannten die Korrekten Merkmale bei der Schufa-Abfrage und nahmen diese nicht heimlich vor. (Quelle: Datenschutzbüro)

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Safer surfen mit dem FireFox II (Update)

Nach meinem ersten Artikel zum sicheren Surfen folgt hier nun der zweite und (zumindest vorerst) letzte Artikel zu diesem Thema. Hier werden einige nützliche FireFox Erweiterungen zum Thema Sicherheit und Browsen vorgestellt. Und keine Sorge: Es sind nicht die “üblichen Verdächtigen”, die man schon kennt.

Update: Ich habe die Liste nach dem Erscheinen von FireFox3 am 18.6.08 aktualisiert und markiert, welche Plugins zur Zeit nur für den FF2 zur Verfügung stehen. Es ist damit zu rechnen, dass die fehlenden bald aktualisiert werden, ich werde die Liste daher regelmässig überarbeiten.

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