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BKA möchte 80% der Kinderporno-Konsumenten unbehelligt lassen?

Wenn man dieses Zitat des BKA-Präsidenten bei Heise liest, kann man es so verstehen:

Nach unseren Erkenntnissen sind vier von fünf Menschen, die im Internet auf Kinderpornos zugreifen, Gelegenheits-Konsumenten. Die lassen sich durch ein Stopp-Schild abschrecken und geben ihr Vorhaben auf […] Daneben gibt es einen harten Kern versierter Nutzer, gegen den sich mit Sperren nichts ausrichten lässt. Diesen 15 bis 20 Prozent der Pädophilen ist nur mit gezielten Ermittlungen beizukommen.

Sprich: Das BKA möchte also 80% der Kinderporno-Konsumenten unbehelligt lassen und lediglich 15%-20% der Täter ermitteln. Ganz so weit her scheint es mit der Prävention vielleicht doch nicht zu sein.

7 Gedanken zu „BKA möchte 80% der Kinderporno-Konsumenten unbehelligt lassen?“

  1. Da man nicht ausversehen pädophil wird, heisst das nur 20% wollen den Content wirklich haben, der Rest würde durch den Filter vor einem Schreck bewahrt (und ist somit auch nicht verfolgenswert).

    1. „der Rest würde durch den Filter vor einem Schreck bewahrt“

      Da Zierke von Gelegenheitskonsumenten spricht, geht es nicht um den zufälligen einmaligen Zugriff (der ohnehin ein Mythos ist)

    1. Natürlich 🙂

      Am Rande: Der Artikel hier war natürlich eine satirisch gemeinte Polemik um den Sachverhalt etwas überspitzt darzustellen. Deswegen ja auch die Kategorie „Freitags-Kommentar“. Das geht nicht an die bisherigen Kommentatoren, also keiner angesprochen fühlen.

  2. Ich finde diese Annahme von 80% Gelegenheitskonsumenten interessant. Ich war vor Kurzem bei einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag und der Psychiater, der dort als Sachverständiger sprach, ging davon aus, dass es nahezu überhaupt keine Gelegenheitskonsumenten gebe. Wer auf Kinderpornos steht, der konsumiert nicht nur gelegentlich.

    Gleichzeitig waren sich BKA und LKA einig, dass sich die Szene fast ausschließlich in geschlossenen Bereichen abspielt, die für Otto-Normal-Surfer nicht zugänglich sind.

    Irgendwie passen da die 80% nicht so ganz rein…

    1. „und der Psychiater, der dort als Sachverständiger sprach, ging davon aus, dass es nahezu überhaupt keine Gelegenheitskonsumenten gebe“

      Und man stelle sich vor: In zwei Seminaren zum Thema, die ich belegt habe, wurde exakt dies auch gelehrt. Ich springe nicht ohne Grund so gereizt auf die angeblichen „Gelegenheitskonsumenten“ auf. Das ist Geschwätz, das seltsamerweise nur v.d.Leyen und Co. von sich geben.

  3. Mit den 80 % könnte das BKA sogar richtig liegen. Auf diese Zahl könnte man geraten, wenn man die Unterscheidung trifft, die derzeit in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird (werden darf): es gibt in der Tat eine Minderheit von echten Pädophilen (also Leute mit krankhafter sexuellen Orientierung) und eine Mehrheit von Pornografen, die eventuell KiPo ebenso wie Geronto-Porno konsumieren, sobald eben was sexuell Pornografierbares vorhanden und konsumierbar ist (ab 12-13 J, so um den Dreh vielleicht).
    Letztere interessieren sich garantiert nicht für asexuelle Kleinkinder wie Pädophile, sondern für Lolitas. Und das nervt die Gesellschaft, weil sie auf diese degenerative Porno-Sucht insgesamt keine Antwort findet.

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