Jeder kennt es, viele hassen es: Da trudelt unerwünschte Werbung mit der Post ins Haus. Am liebsten gleich im Paket mit mehreren Sendungen, wer richtig erfasst ist, bekommt das sogar täglich. Ich habe festgestellt, dass ein hartnäckiges und konsequentes Pochen auf die unabdingbaren Rechte aus dem §35 BDSG hier eine Wohltat sein kann – nach nichtmal einem Jahr erhalte ich nun faktisch keine Werbung mehr. Ich möchte hier meine zwei Musterschreiben die ich dazu verwende Allgemein zum Download stellen.
Update: Auf Nachfrage habe ich die Schreiben nun als RTF und in der aktuellen Fassung erneut hinterlegt.
Die Musterschreiben sollen dabei nicht nur Betroffenen einen Einblick geben, wie ich arbeite, sondern auch verarbeitenden Stellen einen Vorgeschmack bieten, auf was man sich einstellen muss. ich unterscheide bisher zwei Fälle: Unerwünschte Werbung, die
- von einem bisherigen Geschäftspartner aus einer bestehenden Kundenbzeihung heraus zugestellt wurde,
- aus “heiterem Himmel” von einem Unternehmen zugestellt wird, mit dem man nach bisherigem Wissensstand nie Kontakt hatte
Im Fall (1) versuche ich immer, noch halbwegs höflich zureagieren, dazu nutze ich diese Vorlage hier. (Vorlage bestehend). Im Fall (2) aber gehe ich direkt recht aggressiv vor, zumal ich mehrmals den Fall des unerlaubten Datenverschiebens hatte, wobei sogar einmal gelogen wurde was die Herkunft der Daten angeht. Insofern bin ich da immer direkt recht ungehalten und nutze die folgende Vorlage: Vorlage unverlangt.
Nicht immer habe ich die nerven bei einem nicht beantworteten Schreiben einen Anwalt einzuschalten – dabei gilt nach Ablauf der Frist die Verzugsregel, so dass die Anwaltskosten vom angeschriebenen prinzipiell erstmal zu tragen sind. Immer aber gebe ich die Sache umgehend zur Aufsichtsbehörde nach §38 BDSG weiter, das ist im Regelfall der Landesbeauftragte für Datenschutz, in dessen Bundesland die betroffene Stelle ihren Sitz hat.
Zusätzlich habe ich mich in die Robinsonliste eintragen lassen und muss heute feststellen, dass ich (jedenfalls zur Zeit) nur erwünschte Werbung erhalte – denn sowas gibt es ja auch. Ich hoffe, mit diesen Vorlagen beide, Betroffene und Verarbeiter, zu erreichen und wachzurütteln.


Februar 6th, 2008 at 5:05 pm
Ist es wirklich sinnvoll die Löschung der Daten zu verlangen?
Ich war bisher der Meinung, dass man eine Sperre verlangen sollte.
Ich habe in meinen Schreiben noch einen Vermerk drin, dass ich nicht wünsche, dass der Sperrwunsch an den Adresslieferanten weitergegeben wird. Dies erledige ich lieber selbst.
Die Sperre statt der Löschung und die “Nicht-Weitergabe” der Sperre/Löschung haben in meinen Augen zwei Vorteile:
- Bei Rückfragen sind die Daten noch vorhanden und es kann nicht behauptet werden dass die Daten auf meinen Wunsch gelöscht worden wären. Ich hatte es auch schon, dass ich nach Monaten nochmal nach dem Datum einer Adresslieferung gefragt habe. Dies wäre dann evt. nicht mehr gegangen.
- Die Firmen geben oft in vorauseilendem Gehorsam neben der Adresse des Lieferanten der Adresse auch gleich noch diesem einen Löschwunsch weiter. Dies hat zur Folge dass eine Anfrage dort ohne Ergebnis bleiben würde. Dann hätte man keine Chance mehr an den Lieferant des Lieferanten des Lieferanten usw. ranzukommen.
Bestätigen kann ich dass man auf diese Weise zu 99% Post-Werbefrei wird! Dauert aber so etwa 9-15 Monate bis dann wirklich praktisch nichts mehr kommt.
Februar 6th, 2008 at 5:18 pm
Das mit der Sperrung ist zwar ein guter Ansatz, aber der §35 BDSG bietet in den Absätzen III und IV keinen echten Anspruch auf eine Sperrung, sie tritt nur ein, wenn die Löschung nicht statthaft ist. Wenn also einer Streit will, kann der das Verlangen unter Hinweis darauf erstmal zurückweisen.
Das nach der Löschung die Daten weg sind und man als Betroffener bei einem erneuten Streitfall in der Beweispflicht ist, ist logisch – daher muss man seine Schreiben auch immer aufbewahren.
Wenn die Löschung zugleich beim Lieferanten (ohne Aufforderung von mir) durch die Stelle veranlasst wird, hat sie ein Problem, da ich in meinem Schreiben ja gerade jede Weitergabe von Daten meinerseits an Dritte untersage – davon ist auch dieser Fall betroffen, da man ja nicht nur “Löschen!” weitergibt sondern auch personenbezogene Daten. Den Spass riskiere ich ganz bewusst
Juni 6th, 2008 at 5:54 pm
zum Kommentar von Thomas Grötzner Says:
Da eine weitere Werbung explizit untersagt wird (Eine weitere Zusendung von unerwünschter Werbung an meine Person, sei es per Post, Email etc., untersage ich hiermit.) ist der Werbetreibende m.E. zu einer Aufnahme in eine Sperrdatei verpflichtet.
Mit diesem Text, so verstehe ich das, ist es egal ob gelöscht wird oder nicht. Es darf keine Werbung mehr verschickt werden.
Januar 27th, 2009 at 4:57 pm
Hallo,
wie ist das, wenn man selbst ein (kleines) Unternehmen ist? Die unerwünschte Werbung trifft also mit “XYZ GmbH” in der Adresse ein. Was sind die die Möglichkeiten? Ich kann ja wohl auch die Daten meines Unternehmens schützen und muss nicht von jedem Werbung annehmen. Gibt es es da außer §7 UWG noch etwas?
Januar 27th, 2009 at 5:03 pm
Schöne Anregung für einen Artikel – schreibe ich gerne was zu, aber erst nächste Woche. Zum nächsten Wochenende nochmal ins Blog sehen.
März 30th, 2010 at 1:17 pm
Wenn man schon bei jeder Anmeldung / Bestellung darauf achtet, haken zur Datenweitergabe und Werbenutzung zu entfernen, bzw. entsprechende Absätze in Verträgen zu streichen, bekommt man garnicht erst Post, gegen die man vorgehen muss.
Augen auf! Ich hab noch nie ‘nen vollen Briefkasten gehabt.
Juni 1st, 2010 at 10:14 pm
Spitze! Vielen Dank für diesen Artikel!
August 2nd, 2010 at 9:44 am
Hallo,
ich habe mir auch schon mal Gedanken darüber gemacht, eine solche Aktion zu starten. Mir geht es aber weniger um die unerwünschte Werbung als vielmehr darum, dass in Unternehmen, mit denen ich überhaupt nichts zu tun habe, meine Daten gespeichert sind. Den Datenhandel kann ich schlecht unterbinden, aber mir stellt sich die Frage:
Löschen Unternehmen wirklich ALLE meine Daten nach Aufforderung?
Es würde ja schon reichen, dass aus dem Archiv irgendwann mal wieder ein Datenträger mit meinen gesicherten Daten in das System eingespielt wird. Ich habe theoretisch NIE die Chance, all das zu unterbinden.
Oktober 4th, 2010 at 7:56 pm
[...] [...]
Januar 23rd, 2011 at 7:32 pm
Ich habe mich entsprechend der Vorlage gegen (Papier-)Werbung zur Wehr gesetzt.
Leider schickt die Firma [...] weiterhin Werbung. Was kann man tun, wenn eine Firma auf die freundliche Lösch-Aufforderung nicht reagiert ?
Juli 21st, 2011 at 1:21 pm
Nach langem suchen im Internet fand ich Ihre beiden Briefe als Vorlage. Ich möchte mich bei Ihnen für die unentgeltliche Weitergabe bzw. Nutzung bedanken. Nun habe ich die Möglichkeit meine Eltern von der tägl. Werbeflut zu befreien.
Oktober 11th, 2011 at 11:11 am
Vielen Dank für die Vorlagen. Nun geht es an die Umsetzung. Ich hoffe, dass auch meine “freundlichen” Werber aufhören zu schreiben und emailen.