Studie: Nur jeder zweite Internetnutzer liest Datenschutzbestimmungen

Heise berichtet:

Nur die Hälfte der Web-Nutzer liest die Datenschutzbestimmungen von Internet-Diensteanbietern durch. Zu diesem Ergebnis kommt die TNS-Infratest-Studie zum “Bewusstseinswandel im Datenschutz”, die Microsoft Deutschland heute gemeinsam mit dem Deutschen Digital Institut in Berlin vorstellt. Befragt wurden 1014 Internetnutzer Ende 2008 in Deutschland.

Als Grund gaben drei Viertel der Nicht-Leser an, dass es ihnen einfach zu lange dauert. 13 Prozent haben bislang einfach nicht daran gedacht, die Bestimmungen zu lesen. 14 Prozent lesen die Datenschutzbestimmungen grundsätzlich nicht, weil sie ihnen misstrauen.

Ich denke, es kommt auf die Aktion an: In Shops wird man eher lesen (etwa wegen der Schufa-Klausel), ebenso bei Diensten die man zur Interaktion nutzt (Foren, Soziale Netze etc.). Einfache Blogs sind da erstmal uninteressanter. Insofern sollte eine Studie auch berücksichtigen, um welches Umfeld und welche Intention es geht, sonst sind solche Aussagen schlicht unbrauchbar.

Insgesamt denke ich, dass der Weg der rein Textbasierten Lösung der falsche ist: Gerade wenn es rechtssicher sein soll, führt das zu ellenlangen Texten die für jede (Un)möglichkeit eine Regelung vorsehen.

Sinnvoller ist die Idee der Iconsets, die man weiter verfolgen sollte – den macher der Iconsets hatte ich schonmal angeschrieben, doch leider gab es keine Resonaz. Vielleicht greift ja jemand anders die Idee auf. EIn anderer Weg wäre eine Art zentraler Datenschutz-Liznezgeber, analog zur Creative-Commons Idee.
Auch die Browser-Hersteller (inkl. Firefox), die
den P3P-Standard haben verkümmern lassen, tragen hier eine Teilschuld daran, dass es bis heute kein einfaches Verfahren gibt.

 
Beitrag veröffentlicht am 30. Januar 2009.

3 Kommentare

  1. egal schrieb:

    Wie? Nur jeder zweite?

    IMMERHIN JEDER ZWEITE!!!!

  2. jens.ferner schrieb:

    Das stimmt natürlich auch, aber das war, was ich oben meinte: In Blogs wird bei weitem nicht jeder zweite lesen. In Shops sicherlich mehr als 50%. Mittelwerte sind unnütz.

  3. Brandau schrieb:

    Ich hätte auch auf eine wesentlich geringere Prozentzahl getippt

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