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Kurz: Netzsperren werden wohl Realität

Netzpolitik hat schon gestern berichtet, dass am 17.4.09 ein Treffen der großen Provider und der Bundesregierung ansteht, bei dem ein Vertrag zu Netzsperren unterzeichnet werden wird. Welche Provider mitmachen möchten, soll unter http://zensurprovider.de/ festgehalten werden.

Die nächste Ausgabe der c’t möchte derweil mit einigen Argumenten der Familienministerin aufräumen, berichtet Heise-Online. Die angeführten “Analysen” aber sind keine neuen, sondern bekannte Tatsachen die man in jeder Kriminologie-Vorlesung hört und gerne nochmal betont werden dürfen:

  1. Es wird immer wieder die polizeiliche Kriminalitäts-Statistik (PKS) angeführt. Die gibt aber nur Auskunft über Tatverdächtige, niemals über Urteile oder Verfahrenseinstellungen. Als Blick auf tatsächliche Kriminalität ist sie daher nur sehr bedingt hilfreich.
  2. Die Statistik unterliegt bei Massenverfahren schnell Verzerrungen, der Hinweis auf die “Aktion Himmel” ist sehr treffend.
  3. Verschiebungen zwischen Hell- und Dunkelfeld, in Abhängigkeit von (kurzzeitig) mehr eingesetztem Personal auf Ermittlungsaufwand, sind ebenfalls bekannte Probleme der Statistik, die letztlich nichts über Kriminalität sondern Fahndungserfolge aussagen.

Diejenigen, die zur Zeit immer noch einer zweifelhaften Ministerin mit fragwürdigen Argumenten hinterher laufen, sollten zur Kenntnis nehmen, dass Fr. v.d. Leyen sich nicht zum ersten Mal irrt – zuletzt war sie “überrascht” wie viele Väter zu Hause geblieben sind, als es um das Elterngeld ging. Ebenso, wie sie vor wenigen Tagen von der Statistik überrannt wurde, dass 2008 doch weniger Kinder als 2007 geboren wurden (sie hatte schon vor Monate ein Plus an Geburten gefeiert).
Man muss langsam ehrlich fragen, ob hier jemand ohne fachliche Kompetenz einfach sein Weltbild versucht unserer Gesellschaft überzustülpen. Mit fatalen Kollateral-Schäden.

Aktuelle Links zum Thema: Ein umfassender Bericht bei Netzpolitik und ein Eintrag im Handelsblatt.

Vorher dazu:

 

8 Gedanken zu „Kurz: Netzsperren werden wohl Realität“

  1. Ich empfehle dazu das Videointerview mit Prof. Rotert: http://tinyurl.com/cgo4o9

    Die Antwort auf die Cui bono- Frage lautet: Kurzfristig profitieren Hardwarehersteller und die Politik, die hiermit bis kurz nach der Wahl eine versteckte Arbeitsbeschaffungsmassnahme gewährleistet.
    Selbst wenn es funktionieren würde, wäre es in zwei Jahren obsolet.

  2. Ihre Argumentation ist hier sehr fragwürdig, wenn sie von “fatalen Kollateral-Schäden” sprechen, da Vergewaltigungen von Kindern online nicht mehr einzusehen sind.
    Auf welcher Seite setehen sie?
    Und jetzt bitte nicht naiv mit der Datensicherheit Argumentieren.

    Grüße

    1. “da Vergewaltigungen von Kindern online nicht mehr einzusehen sind.”
      Informieren, dann mitreden. In der aktuellen c’t finden sie Argumente und Hintergründe.

      Und wenn ihnen das Lesen längerer Texte zu anstrengend ist, sehen sie mal hier vorbei:
      http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_1.html

      Hirn an.
      p.s.
      Kleiner Hinweis: Sie sind es, der das Nicht-Erreichen von Kinderpornos als “kollateralschäden” verstehen will. Ich meine offensichtlich die Sperrung nicht krimineller Seiten. Sie sollten sich selbst fragen, wo sie stehen.

  3. Lieber Jan,

    du hast mit deinem Posting auf Anhieb bewiesen, dass du von dem Thema keine Ahnung hast und ganz offensichtlich nicht mitbekommen hast, dass längst erwiesen ist, dass die Sperren nichts bringen.

    Jens hat dir in wenigen Sätzen gezeigt, dass du nicht nur keine Ahnung hast, sondern in deinen ersten Polemik-Versuchen auch noch nicht einmal die Grundzüge der sprachlichen Logik beherrschst.

    Lass es jetzt gut sein, genieße die Osterferien bis du wieder in die Schule musst und lass es gut sein, bis du die Zeit hattest, die wenigen spärlichen und nur schwer erreichbaren Informationen zum Thema nachzulesen.

    viele Grüsse
    Jemand der vom Fach ist

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