Google bietet einen neuen Dienst an: Google Latitude. Damit kann man jederzeit auf Google-Maps anzeigen, wo man sich gerade befindet. Dazu installiert man auf seinem Telefon oder auf dem PC ein kleines Programm, mit dem laufend die aktuellen Daten übermittelt werden.
Auf den ersten Blick klingt es ganz nett: Es basiert auf dem Opt-In Prinzip und man kann genau einstellen, wer was wann sehen kann. Jedenfalls, da es freiwillig ist und Optionen zur selektiven personenbezogenen Freigabe bietet, ist es erstmal – wieder bei Google – eine weitere Applikation.
Die Risiken werden sich an verschiedenen Stellen zeigen: Etwa wenn jemand den Schutz aushebeln kann, und dann doch fremde “verfolgen” kann.
Zur Zeit, ich kenne das aus eigener Betroffenheit, ist bei Eltern sowas auch beliebt, weil man sich scheinbare Sicherheit verschafft, indem man glaubt, ständig zu sehen, wo das eigene Kind ist – mit Blick auf die regelmässig in der Presse zu lesenden erschreckenden Vorfälle, ist es verlockend, sich hier etwas mehr Sicherheit zu besorgen.
Jeder muss sowas für sich abwägen, ich bin hier gerade als Vater mit entsprechender Ausbildung skeptisch, weil ich Sorge habe, dass ein potentieller Täter sehr viel leichter das Vertrauen meines Kindes erschleichen könnte, die Zugangsdaten zu so einem Dienst als vermeintlicher Freund erhält und letztlich den Dienst zum gezielten Nachstellen nutzen kann. Die vermeintliche Sicherheit wird, in diesem eher einfachen Szenario, sehr schnell zum Sicherheitsrisiko.
Ebenfalls sehe ich Probleme wegen der “Nichts zu verbergen”-Fraktion: Eifersüchtige Lebenspartner könnten ihre Partner quasi zur Teilnahme nötigen, da man ja eh nichts zu verbergen hat.
Interessant wird es natürlich, wenn man daran denkt, dass allzu sorglose generell ihren Aufenthaltsort bekannt geben und sowas von Einbrechern genutzt wird. Zu denken ist hier natürlich auch an zu sorglose Statusmeldungen via Twitter & Co. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
Dies aber – man merkt es – sind vor allem gesellschaftliche Kritiken, weniger direkte Kritik an diesem Dienst. Wie immer gilt: Selber denken, selber entscheiden und sich konsequent entsprechend seinem Willen verhalten.


Februar 4th, 2009 at 7:31 pm
Du meinst wohl “weiß”.
Februar 4th, 2009 at 7:43 pm
Ja, ich meine das wohl, leider hat die Software die ich einsetze zum Schreiben mitunter Probleme mit deutschen Umlauten.
Ansonsten: Es gibt schlimmeres.
Februar 5th, 2009 at 10:45 pm
[...] Lesetipp bezüglich Google Latitude. Ich belasse das unkommentiert, denn ich habe den Ausführungen von Hr. Ferner nichts hinzuzufügen. [...]
Februar 17th, 2009 at 8:40 am
[...] dass ein neuer Google-Dienst die Ortung von Nutzern zulässt, habe ich hier schon die Info mit einer Wertung [...]
Februar 23rd, 2009 at 7:15 pm
[...] Das Wesentliche aus meiner Sicht habe ich zum Thema Handy-Ortung via Google ja schon geschrieben, hier nun ein Hinweis auf einen Artikel bei “DerWesten” zum Thema. [...]
Februar 27th, 2009 at 9:13 am
[...] Wie schon gesagt: Ich verstehe wegen der eigenen Betroffenheit besorgte Eltern sehr gut und will hier weder verteufeln noch das Produkt bewerben. Ich kann aber nur nochmal darauf hinweisen, dass die versprochene Sicherheit auch den Effekt der Gefährdung in sich trägt, denn zur Zeit wird nirgendwo thematisiert, dass die Technik auch ein Ausspionieren von Opfern zulässt. Wer sagt denn, dass eben nur die Eltern darauf zugriff haben und nicht auch der potentielle Täter. Den einfachsten denkbaren Fall habe ich schon mit Blick auf den Google Dienst angesprochen: [...]