Datenpannen bei Behörden

In der letzten Zeit gab es einige Berichte über Datenverluste in Großbritannien, so gingen

  • hundertausende medizinische Daten verloren (Bericht),
  • millionen Daten von Fahrschülern (Bericht),
  • millionen Daten von Kindergeldempfängern (Bericht),
  • tausende fehlerhafte Kontoauszüge an Renter (Bericht),
  • und die Daten von Visa-Antragstellern werden nicht sehr sorgfältig behandelt (Bericht).

Nun gibt es einen ersten Fall in Deutschland, der die Brisanz zeigt, wenn bei Regierungen nicht aufgepasst wird: Der Laptop der Bundesjustizministerin wurde gestohlen (Bericht). Aus ihrer Wohnung.

Die Vorfälle zeigen eines: Der Staat muss dringend lernen, auf seine unsere Daten aufzupassen.  Solange er dies noch nicht kann müssen wir nicht nur vorsichtig sein, er muss in die Pflicht genommen werden. Der Spruch “Was möglich ist muss getan werden”, auch von unserer Kanzlerin ausgesprochen, gehört wieder abgelegt. Und während der Staat hoffentlich langsam lernt wie man Daten nicht nur sicher aufbewahrt sondern auch sicher übermittelt, in der Zeit müssen wir lernen, auf unsere Daten aufzupassen: Nicht alles gehört preisgegeben, weder dem Staat noch der Wirtschaft. Datensparsamkeit sollte nicht nur das Credo derjenigen sein, die Daten erheben, sondern auch derjenigen, die sie bisher so bereitwillig zur Verfügung stellen. Datenschutz ist die Aufgabe beider Parteien: Von verarbeitenden Stellen und Betroffenen gleichermaßen. Grund zur Warnung gibt es genug, der einzelne muss nicht warten bis er konkret betroffen ist. Momentan ist dies nur eine Frage der Zeit.

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2 Kommentare

  1. Neues von ELENA – und ein Einblick in Elena | Datenschutzbeauftragter Online schrieb:

    [...] – finanziell ist es sicherlich auf dem Schwarzmarkt ein unvorstellbares Vermögen wert. Wer auf die bisherigen Datenpannen bei (ausländischen) Behörden blickt und daran denkt, dass gerade der BND für viel Geld Daten von einer Grossbank gekauft hat [...]

  2. Großbritannien: 200 Regierungs-Laptops verschollen | Datenschutzbeauftragter Online schrieb:

    [...] ist in GB nur das Tüpfelchen auf dem “i”, dazu gibt es einen früheren Artikel hier im Blog. Man sollte die geschehnisse in GB als Beispiel nutzenum zu sehen, was mit Daten geschehen kann, [...]

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